{"id":3268,"date":"2012-01-04T14:40:35","date_gmt":"2012-01-04T13:40:35","guid":{"rendered":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=3268"},"modified":"2012-01-04T14:40:35","modified_gmt":"2012-01-04T13:40:35","slug":"burger-wulff-und-die-vierte-macht-hat-die-presse-versagt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=3268","title":{"rendered":"&#8222;B\u00fcrger Wulff&#8220; und die &#8222;vierte Macht&#8220; &#8211; Hat die Presse versagt?"},"content":{"rendered":"<p>Die Medien st\u00fcrzen sich seit dem 1. Januar, als der Vorfall mit dem &#8222;Angriff auf die Pressefreiheit&#8220; ruchbar wurde wie Hy\u00e4nen auf Wulff. Vorher waren die Reaktionen eher bedeckt, bzw. blieben auf einer gewissen Distanz.<br \/>\nJa auch ich bin am 17.12. auf den Zug der Schreiberlinge zu Wulffs &#8222;Aff\u00e4re&#8220; aufgesprungen.<br \/>\nIch hatte schon vor und direkt nach der Wahl des Bundespr\u00e4sidenten meine Meinung \u00fcber die &#8222;Untauglichkeit&#8220; von Wullf f\u00fcr das Amt ausgedr\u00fcckt (siehe unter &#8222;Links&#8220;).<br \/>\nJa ich halte das ganze jetzige Wahlsystem f\u00fcr das Amt des Bundespr\u00e4sidenten nicht geeignet, um einen wirklichen Pr\u00e4sidenten in dieses Amt zu w\u00e4hlen.<br \/>\nDas ist aber ein anderes Thema, hier ist das Thema die sogenannte &#8222;vierte Macht&#8220; im Staat, die f\u00fcr Ihre Machtaus\u00fcbung im Grundgesetz sehr weite Rechte zugebilligt bekam.<\/p>\n<p>In meinem letzten Artikel habe ich meine Meinung zu Wulff und seinen Handlungen Stellung genommen. Hier m\u00f6chte ich die &#8222;Aff\u00e4re Wulff&#8220; im Blick auf die Medien betrachten.<\/p>\n<p><u>Erst mal sehr Allgemein zum Thema &#8222;vierte Macht&#8220;<\/u><\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">(Grunddgesetz) Artikel 5<br \/>\n(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu \u00e4u\u00dfern und zu verbreiten und sich aus allgemein zug\u00e4nglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. <strong>Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gew\u00e4hrleistet. Eine Zensur findet nicht statt.<\/strong><\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>Es steht ganz klar im Grundgesetz, das die Pressefreiheit schon durch die Verfassung gesch\u00fctzt ist. Auch eine Zensur darf nicht stattfinden. Grenzen sind in den der Verfassung und den daraus resultierenden Bestimmungen zu sehen.<\/p>\n<p>Wie so oft kollidieren manche Grundrechte miteinander. So gerade bei der Pressefreiheit das Verfassungsm\u00e4\u00dfige Recht auf Privatsph\u00e4re und Informationelle Selbstbestimmung. Hier muss immer wieder gepr\u00fcft werden, welches Recht im einzelnen h\u00f6her zu bewerten ist.<\/p>\n<p>Aber kein Recht ohne Pflichten. So sagt schon der Ausdruck &#8222;vierte Macht&#8220; aus, das es hier nicht nur um die Freiheit, sondern auch um eine Pflicht geht. zum einen die Pflicht gegen\u00fcber der Verfassung die Rechte nicht zu Missbrauchen und f\u00fcr seine Aufgaben zu nutzen. Und eine Verpflichtung des Souver\u00e4ns (also den B\u00fcrgern) gegen\u00fcber, seine Aufgaben aus den Rechten Ihm gegen\u00fcber zu erf\u00fcllen.<br \/>\nDie Aufgabe der Presse ist es \u00fcber das geschehen in der Welt zu Informieren. Es ist nicht Aufgabe der Presse, dies &#8222;objektiv&#8220; zu machen, von daher ist eine Pressevielfalt wichtig und die Konzentrierung der Pressepublikationen in wenige Konzerne ist somit mit erheblicher Skepsis zu betrachten.<br \/>\nEs gibt etliche negative Beispiele, die aufzeigt, das die Presse in der Hand weniger sich negativ auswirken kann. Dazu muss man nicht in die L\u00e4nder mit offensichtlichen Diktaturen gehen, ein recht prominentes Beispiel ist Italien, das sich erst vor kurzem von Silvio Berlusconi, wenigstens als Ministerpr\u00e4sidenten los zu werden. Ein Grundstein seiner langj\u00e4hrigen Macht war seine mediale Macht in Italien. Kaum eine nennenswerte Publikation im Print und TV-Bereich, die wirklich unabh\u00e4ngig ist.<br \/>\nAuch hier konzentrieren sich die gro\u00dfen Publikationen und TV-Kan\u00e4le auf wenige Medien-Riesen.<\/p>\n<p>Ein Trend der diese L\u00fccke etwas schlie\u00dft sind die vielen Meinungsblogs in Internet. Dabei gibt es leider einige Probleme.<br \/>\nDas erste ist, das die Betreiber rechtlich in einer weit aus unsicheren Position sind. Die verfassungsm\u00e4\u00dfig garantierte &#8222;Pressefreiheit&#8220; wird f\u00fcr sie nicht angewendet (von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen) und auch die schlechte Position f\u00fcr Recherchen.<br \/>\nEin weitere gro\u00dfes Problem ist der Missbrauch dieses Mediums. Sehr schnell ist Anonym oder unter einem Strohmann\/frau eine Webseite erstellt, um seine eigenen Interessen zu unterst\u00fctzen oder einen Mitbewerber (nicht nur im Wirtschaftlichen Sinne zu sehen, es kann auch der Mitsch\u00fcler, der Nachbar, der &#8230; sein) zu diffamieren.<\/p>\n<p>Die Frage stellt sich, ob die Presse Ihre Pflicht als &#8222;vierte Macht&#8220; erf\u00fcllt?<br \/>\nIch glaube nicht. Die &#8222;Medienfabriken&#8220; (ein passender Name) ist so sehr mit der Wirtschaft und der Politik verwoben, das  sie nicht mehr unabh\u00e4ngig agieren kann. Gemeint sind dabei nicht die offensichtlichen parteieigenen Publikationen, wie z.B. das &#8222;<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorw%C3%A4rts_%28Deutschland%29\">Vorw\u00e4rts<\/a>&#8220; oder die &#8222;<a href=\"www.berliner-rundschau.de\/\">Berliner-Rundschau<\/a>&#8220; uisw., sondern die sogenannte &#8222;freie Presse&#8220;.<br \/>\nDie Presse hat sich so stark in die H\u00e4nde der Wirtschaft durch die Werbeanzeigen-Abh\u00e4ngigkeit gegeben, das von einer unabh\u00e4ngigen Presse nur noch selten die Rede sein kann. Es gibt auch einige Ausnahmen. Doch diese zeichnen sich meist durch eine recht starke tendenzi\u00f6se Berichterstattung aus, die bis zur Entfremdung von Informationen gehen kann. Oft besonders in den beiden extremeren Lagern der sogenannten Linken und Rechten zu finden.<\/p>\n<p><u>Was bedeutet dies im speziellen Fall Wulff?<\/u><\/p>\n<p><i>Nun, erst einmal sei anzumerken, das die jetzige Situation meiner Meinung nach von Wulff durch sein &#8222;Handeln&#8220; (und nicht unbedingt durch seine &#8222;Taten&#8220;) allein selbst verschuldet wurde. Das hat er auch selbst zu verantworten. Das kann man weder der Presse vorwerfen, noch die Schuld geben.<\/i><\/p>\n<p>Die Frage ist eher, ob die Presse hier Ihre Pflicht vernachl\u00e4ssigt hat und nicht schon viel fr\u00fcher seine Pflichten der Berichterstattung h\u00e4tte nachkommen m\u00fcssen.<br \/>\nWobei der Ausdruck &#8222;die Presse&#8220; falsch ist, da es wie in der Politik ist. Die T\u00e4ter sind einzelne. Das schlimme ist, das die anderen nicht klar dazu Stellung nehmen. So auch hier. Wie die Politiker am Anfang geschwiegen haben und nun aus der murrenden Masse heraus das Maul &#8222;hinter vorgehaltener Hand&#8220; aufrei\u00dfen, so geb\u00e4ren sich nun die Medien.<br \/>\nRichtig, mein letzter Artikel ging um die Handlungen von Wulff und die Frage, wann er eigentlich schon die M\u00f6glichkeit gehabt hatte reinen Tisch zu machen. Meiner Meinung nach schon lange vor seinem Amtsantritt als Bundespr\u00e4sident. Aber auch in dem Artikel hatte ich mich unter Anderem zum Thema Presse wie folgt ge\u00e4u\u00dfert:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Wer tatenlos zuschaut, wird dadurch auch zum Mitt\u00e4ter. Selbst wenn er selbst so nie handeln w\u00fcrde. Im \u00fcbertragenen Sinne eine \u201cunterlassene Hilfeleistung\u201d gegen\u00fcber dem Volk, das zu vertreten die Politiker angetreten sind.<br \/>\nEbenso wie die Sprachlosigkeit der Presse, sei es z.B. die \u201cWelt am Sonntag\u201d im Sommer 2010 und im Dezember die \u201cBild\u201d, f\u00f6rdert solch ein Verhalten und ist ein Versagen, bzw. \u00fcbertragen auch eine \u201cunterlassene Hilfeleistung\u201d als sogenannte \u201cvierte Macht\u201d. In dieser Funktion hat diese in dem Fall versagt.<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=3238\">Gehirnsturm &#8211; Die Farce Wulff geht weiter oder die Frage \u201chat er oder hat er nicht\u201d<\/a>)<\/p>\n<p>Irgendwie schien alles mit der Recherche um den Hauskauf begonnen zu haben, bzw. noch fr\u00fcher.<br \/>\nEigentlich begann es mit der Inszenierung Wulffs als der liebevolle Mensch der selbst bei der Scheidung und seiner zweiten Ehe der tadellose Schwiegersohn bleibt, den jeder haben will.<br \/>\nDas &#8222;Bild&#8220; die Inszenierung mitmachte und sich benutzte (oder Wulff benutzte?) ist die eine Sache, aber schon hier haben andere Medien Ihr Maul gehalten. Wenn ich die Tage Meldungen \u00fcber die Zeit im Zusammenhang mit der &#8222;Aff\u00e4re Wulff&#8220; lese, dann schleicht sich der Eindruck ein, das die anderen Medien &#8222;wider besseren Wissen&#8220; Ihr Maul gehalten haben.<br \/>\nNach diesem Erfolg, den selbst erw\u00fcnschten Schein in der Presse pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen befl\u00fcgelt ging die Mediale Arbeit, scheinbar mit erheblicher Unterst\u00fctzung seines ehemaligen Sprechers Glaeseker erfolgreich weiter.<br \/>\nHier mal den braven Biedermeier spielen, dort bei bedarf mal den reum\u00fctigen S\u00fcnder und der ach so menschliche Superstar Niedersachsens war geboren. Allein die Gr\u00fcnenfraktion hat mit Ihren Mittel versucht hinter der Fassade zu sehen, und hat auf Grund der eingestandenen (weil bewiesenen) Verfehlung eine Anfrage im Landtag gestellt. Die Presse sah weg.<br \/>\nNein nicht die ganze Presse. Der Spiegel wollte einem Verdacht nachgehen und versuchte deswegen die Grundbucheintragungen f\u00fcr das von Wulff gekaufte Haus einsehen. Scheinbar hatte diese von irgendwo eine Info bekommen, die wohl so wage war, das man nicht genau wusste, was man suchte. Man verwehrte ihnen die Einsicht, was den Verdacht wohl noch verst\u00e4rkte. Richtiger Weise hat der Spiegel daraufhin nach negativen Urteil des OLG (Oberlandesgericht) durch den BGH (Bundesgerichtshof) kl\u00e4ren lassen, ob sie im Sinne der Pressefreiheit das Recht auf Einsicht in das Grundbuch habe. Der BGH hat dies bejaht und bezieht sich in seiner Begr\u00fcndung wiederholt auf ein schon vor l\u00e4ngerem ergangenen Urteil des BVerG (Bundesverfassungsgericht) aus dem Jahr 2001. Da der &#8222;Privatkredit&#8220; der Frau Geerkens nicht ins Grundbuch vermerkt wurde und der Eintrag, der inzwischen durch den Kredit mit der BW-Bank wohl geschehen wurde, kann ohne die Vertragskenntnisse erst mal nichts aussagen.<br \/>\nOb die Ger\u00fcchte, die der Stern nachgegangen waren zu Vage waren, um ein Interesse nach weiteren Recherchen zu sch\u00fcren oder es andere Gr\u00fcnde gab, man ist der Sache allen Schein nach nicht weiter nachgegangen. vielleicht spielte auch die politische Tatsache, das Wulff inzwischen Bundespr\u00e4sident geworden ist auch eine Rolle.<\/p>\n<p>Und diese Tatsache ist der Punkt, wo f\u00fcr mich die Bild ins Spiel kommt.<br \/>\nEntgegen der sonstigen Linie unterst\u00fctzt die Bild nicht den Kandidaten der Kanzlerin, sondern favorisiert den Oppositionskandidaten Joachim Gauck. Das war dann evtl. der erste D\u00e4mpfer f\u00fcr Wulff und Glaeseker. Was jetzt die Frage ist, ob man vorher zu innig mit der Springerpresse geb\u00e4ndelt hatte oder ob die &#8222;Bild&#8220; wirklich erst durch das BGH-Urteil neugierig geworden ist.<br \/>\nAls dann das Springerblatt &#8222;Welt am Sonntag&#8220; einen Bericht des gerade knapp ein Jahr im Amt des Bundespr\u00e4sidenten seienden Wulff ver\u00f6ffentlichte sollte Herrn Wulff und vor allem seinem Sprecher Glaeseker klar gewesen sein, das man in Springer nicht mehr den Partner f\u00fcr seine mediale Show hat. Das sein Manipulationsversuch folgenlos blieb, scheint Ihn aber scheinbar diesbez\u00fcglich verblendet zu haben.<br \/>\nStatt mit Hochdruck daran zu Arbeiten, das die Vergangenheit einen nicht zum Stolperstein wird und seine eigenen Worte ernst zu nehmen hielt man sich wohl weiter am Status Quo.<br \/>\nWas muss das f\u00fcr Wulff ein Schock gewesen sein, das wieder aus der Ecke des Springer-Verlages der n\u00e4chste viel h\u00e4rtere Nackenschlag als im August kam. Wie seit heute Vormittag (4.1.2012) klar ist, hatte Bild ganz konkrete Infos zu seinem Hausdeal. Sie stellte sechs Fragen an Herrn Wulff, von denen einige deutlich zeigten, das intimste Kenntnisse \u00fcber den Deal vorhanden waren:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">1. Warum haben Sie dem Landtag verschwiegen, dass eine \u201egesch\u00e4ftliche Beziehung\u201c zwischen Ihnen und der mit Egon Geerkens in G\u00fctergemeinschaft lebenden Ehefrau Edith durch einen im Oktober 2008 geschlossenen Darlehensvertrag \u00fcber 500000 Euro besteht?<br \/>\n[..]<br \/>\n4. Warum haben Sie den im Oktober 2008 geschlossenen Darlehensvertrag wenige Wochen nach der parlamentarischen Anfrage gek\u00fcndigt und durch einen Darlehensvertrag mit der BW-Bank abgel\u00f6st \u2013 obwohl der Darlehensvertrag noch bis November 2013 lief?<br \/>\n<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/politik-inland\/noch-mal-in-eigener-sache-21889534.bild.html\">Bild.de &#8211; Umstrittener Anruf | Noch mal in eigener Sache<\/a>)<\/p>\n<p>Die Bild schien zumindest wesentliche Inhalte des Darlehensvertrag zu kennen, wie sonst war die Summe und vor allem die Daten des Beginns und des offiziellen Endes bekannt? Ob das wirklich das Ergebnis einer Recherche der Bild durch das BGH-Urteil war oder schon durch die fr\u00fchere mediale Beziehung mit Wulff stammt, kann man nur spekulieren.<br \/>\nDas die Ger\u00fcchte, denen der Spiegel mit seiner Recherche nachgegangen sind evtl. aus der Ecke des Springerverlages stammen k\u00f6nnte, ist ebenso reine Spekulation. Vielleicht etwas f\u00fcr die Verschw\u00f6rungsfanatiker.<br \/>\nAuf jeden Fall hat die &#8222;Bild&#8220; sich entschieden, auch auf das Risiko, das die von Ihr jahrelang unterst\u00fctzte Merkel erheblichen Schaden davon tr\u00e4gt, Herrn Wulff zu demontieren. Dabei geht sie ebenso wie Wulff mit der Salami-Taktik vor. So beh\u00e4lt sie dank Wulffs Umgang mit der Berichterstattung immer die Aktion in der Hand, wogegen Wulff sich bereits mit seiner ersten Erkl\u00e4rung in die undankbare Rolle der Reaktion begeben hat.<br \/>\nDas nun p\u00fcnktlich nach der allgemeinen Stillhaltezeit zwischen Heilig Abend und und Neujahr Infos \u00fcber den Anruf auf der Mailbox des Chefredakteurs bei einem anderen Verlag durchsickern, ist schon merkw\u00fcrdig. Es ist ja nicht so, das es eine vage Vermutung war. Die FAZ berichtet recht konkret \u00fcber Inhalte des Telefonats.<br \/>\nDas ganze setzt nun Bild in die Szene. Sie kommt nun mit Infos &#8222;In eigener Sache&#8220; heraus, die ohne diesem &#8222;Vorfall&#8220; wie ein klarer Krieg gegen Wulff (und der Kanzlerin?) erschienen w\u00e4re. Man k\u00f6nnte sagen, das der Springerverlag, bzw. die &#8222;Bild&#8220; so die Salamitaktik zur Perfektion verfeinert hat. Innerhalb von 2 Tagen hat nun die Bild drei Salamischeiben dem &#8222;Mop&#8220; hingeschmissen. zuerst die Best\u00e4tigung des Anrufes Wulff bei dem Chefredakteur, ein paar Stunden sp\u00e4ter den 2. Anruf beim Vorsitzenden der Sprniger AG. Und heute dann Ihr Inhalt f\u00fcr die Stellungsnahme.<br \/>\nDa verwundert es einen doch, das man in dem ersten Bericht nicht wenigstens Mitteilt, das Herr Wulff keine Stellungsnahme dazu abgeben wollte. Von der versuchten Einflussnahme mal ganz abgesehen.<br \/>\nDer Anruf von Wulff war nicht planbar, aber ein gefundenes Fressen f\u00fcr die Bild. Das dieser Anruf f\u00fcr den ersten Beitrag zur &#8222;Wulff-Aff\u00e4re&#8220; evtl. zu sp\u00e4t kam, kann man noch einsehen, aber dass die &#8222;Bild&#8220; aussagt (in eigener Sache), das es f\u00fcr Sie erledigt war, nachdem Herr Wulff sich (!!!) zwei tage (!!!) nach der ersten Ver\u00f6ffentlichung entschuldigt habe, mutet schon seltsam an. Scheinbar war es f\u00fcr den verlag auch noch weiter erledigt, als Wulff in deiner pers\u00f6nlichen Presseerkl\u00e4rung von dem &#8222;hohen Gut&#8220; der Pressefreiheit sprach. Zumindest dem Cheffredakteur und dem Vorstandsvorsitzenden der Springer AG h\u00e4tte das Kotzen bei diesen Worten kommen m\u00fcssen und schon Minuten sp\u00e4ter h\u00e4tte man dem Bundespr\u00e4sidenten seine Worte um die Ohren klatschen m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Aber all das geschah nicht. Statt dessen spielt man nun das Opfer von einer Indiskretion und legt scheinbar widerwillig in &#8222;eigener Sache&#8220; ein H\u00e4ppchen nach dem anderen auf den Tisch.<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend der ganzen Zeit schnappen die anderen Medien nach den H\u00e4ppchen, die Herr Wulff Ihnen \u00fcber sein Anwalt zukommen l\u00e4sst und die der Springer-Konzern ihnen zuwirft geschnappt und vergisst beim kauen und verdauen, selbst mal nach eigener Nahrung zu schauen.<\/p>\n<p>Hier hat in meinen Augen die &#8222;vierte Macht&#8220; ganz erheblich versagt.<br \/>\nDie gesamte &#8222;vierte Macht&#8220; hat sich zum Spielball zweier Parteien (Wulff und Springer) gemacht, statt Ihrem Auftrag nach zu gehen.<\/p>\n<p>Dem Springer-Verlag werfe ich vor, das sie diesen eklatanten Eingriff in Ihre verfassungsm\u00e4\u00dfige Souver\u00e4nit\u00e4t nicht ihrem Auftrag entsprechend den B\u00fcrgern gegen\u00fcber ver\u00f6ffentlicht hat, sondern diese f\u00fcr ihre eigenen Interessenspielchen verwendet haben.<\/p>\n<p>Den restlichen Presse-Medien werfe ich vor, das Sie den H\u00e4ppchen hinterher laufen, statt Ihren Auftrag als Presse-Medien zu erf\u00fcllen. Warum kann es m\u00f6glich sein, das man in Schockstarre verf\u00e4llt, statt weder der Kanzlerin und Herrn Wullf keinen Schritt ohne nervenden Fragen zu g\u00f6nnen. Statt hinterm M\u00e4uerchen zu stehen, um einen B-Star oder B-Prominenten in einer misslichen Lage zu entdecken, w\u00fcrde man hier einen journalistischen Paparazzigrund haben, der in meinen Augen legitim w\u00e4re. Es m\u00fcsste f\u00fcr die Kanzlerin und f\u00fcr Wulff alternativlos sein, sich der Positionierung zu entziehen.<br \/>\nJetzt sitzen alle da und warten auf das von Wulffs Gnaden angek\u00fcndigte Interview im \u00f6ffentlich-rechtlichen TV.<br \/>\nPeinlich, wie sich die &#8222;vierte Macht&#8220; von Springer und Wulff abspeisen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Es ist wirklich langsam die Frage, wie man die Kontrollfunktion, die der Presse zukommen sollte noch sichern kann.<br \/>\nDie Presse ist damit scheinbar ebenso \u00fcberfordert, wie Herr Wulff mit der &#8222;kompletten Wahrheit&#8220;.<\/p>\n<p>Aber ich gebe zu, als eine Person ohne die rechte der Pressefreiheit bin auch gespannt, was Wulff sagt und wie die Fragen ausfallen (vielleicht wird ja gerade alles geprobt und das Skript geschrieben! <font color=\"#993399\"><b>Vorsicht Ironie<\/b><\/font>, hoffentlich!). <\/p>\n<p><u>Aktualisierung, bevor ich den Artikel \u00fcberhaupt ver\u00f6ffentlicht habe:<\/u><\/p>\n<p>Nach den allerneusten Nachrichten will man sich scheinbar doch eine Option offen halten. Das Interview wird aufgezeichnet. Wo ist bisher nicht bekannt, es soll aber nicht das Schloss Bellevue sein.<br \/>\nDas schlimme ist, das der h\u00f6chste Repr\u00e4sentant des Landes wie ein geschlagener Hund sich der Merkel unterordnet. Diese hat vor dem Einverst\u00e4ndnis zu dem Interview verlauten lassen, das sie eine weitere Erkl\u00e4rung des Staatsoberhaupt &#8222;erwarte&#8220;.<\/p>\n<p><em>Anmerkung zur Aktualisierung:<\/em><br \/>\nIch hatte es schon an verschiedener Stelle gesagt, das Amt des Bundespr\u00e4sidenten kann nicht besch\u00e4digt werden. Was derzeit passiert ist, das sowohl Wulff, wie auch Merkel derzeit den Bundespr\u00e4sidenten nachhaltig sch\u00e4digen.<br \/>\nDas dies schon mit der uns\u00e4glichen Wahl von Wulff begann habe ich damals auch schon geschrieben. Das auch der n\u00e4chste Bundespr\u00e4sidenten bei diesem Wahlsystem nicht unbefangen das Amt ausf\u00fchren kann, h\u00f6chstens sich in diesem Amt dahin f\u00fchren kann, liegt eben an dem System.<br \/>\nAnsonsten k\u00f6nnte es auch keinen unbesch\u00e4digten Kanzler oder Kanzlerin mehr geben, bei dem was wir im lauf der kurzen Deutschen (und West-deutschen) Geschichte erlebt haben.<br \/>\nWer also immer von der Sch\u00e4digung des Amtes faselt, sollte mal sein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr ein Amt \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<p><b><u>Fazit:<\/u><\/b><br \/>\nDie &#8222;vierte Macht&#8220; hat sich als solche im Lauf der Jahre von Ihrem Auftrag entfernt.<br \/>\nGanz eklatant ist dies in der Historie des &#8222;Falls Wulff&#8220; erkennbar. Betrachtet man das Ganze, so schleicht einem der Verdacht auf, als ob von Seiten des Springer-Verlages ein klares Ziel verfolgt wurde, was mindestens seit dem Sommer 2010 verfolgt wurde. Man hat wesentliche Handlungen verschwiegen udn scheinbar durch Dritte verwendet.<br \/>\nDie anderen Presse-Verlage haben es vers\u00e4umt, umgehend selbst t\u00e4tig zu werden.<\/p>\n<p>Die &#8222;vierte Macht&#8220; hat versagt und sich dem Springer-Verlag unter geordnet.<\/p>\n<p>Wulff selbst hat auch auf ganzer Linie versagt. Er hatte die Chance dem Springer-Verlag den Boden zu entziehen. War es Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung oder war es der Glaube an dem Schein, den der Springer-Verlag Ihm gegen\u00fcber aufbaute (z.B. damit, dass sie die Anrufe selbst unerw\u00e4hnt lie\u00df). er hat sich selbst demontiert. Wie schon geschrieben, nicht seine Taten (Urlaube, Feiern, Sponsorensuche, Kredit) sind das Problem, sondern seine Handlungen (leugnen, t\u00e4uschen, l\u00fcgen). Er hat vielleicht nicht juristisch versagt, aber Moralisch. Er ist \u00fcber seinen eigenen Anspruch gestolpert. Wie kann man nach solch einer Situation mit dem Anruf auf einer Mailbox so bl\u00f6d sein, in einer Erkl\u00e4rung von dem &#8222;hohen Gut&#8220; der Pressefreiheit zu sprechen. H\u00e4tte er reinen Tisch gemacht, h\u00e4tte er das gemacht, was er selbst als moralische Messlatte aufgestellt hatte, dann h\u00e4tte er vielleicht die gesamte Geschichte bereits vor den Feiertagen erledigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es bleibt auf beiden Seiten keine Glanzleistung und es hat das &#8222;Geschm\u00e4ckle&#8220; &#8211; Auf beiden Seiten.<\/p>\n<p><b><u>Links:<\/u><\/b><\/p>\n<p>&#8211; Gehirnsturm: <a href=\"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=1290\">Die Farce um die Bundespr\u00e4sidenten-Wahl wird durchgef\u00fchrt!<\/a><br \/>\n&#8211; Gehirnsturm: <a href=\"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=1296\">the day after: Die Farce um die Bundespr\u00e4sidenten-Wahl ist vorbei!<\/a><br \/>\n&#8211; Gehirnsturm: <a href=\"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=3174\">the year after: Die Farce um den Bundespr\u00e4sidenten geht munter weiter!<\/a><br \/>\n&#8211; Gehirnsturm: <a href=\"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=3219\">Wo bleibt die Strafverfolgung gegen Wulff wegen Beleidigung des Volkes im Amt?<\/a><br \/>\n&#8211; Gehirnsturm: <a href=\"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=3238\">Die Farce Wulff geht weiter oder die Frage \u201chat er oder hat er nicht\u201d<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Medien st\u00fcrzen sich seit dem 1. 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