{"id":4443,"date":"2012-07-08T08:43:18","date_gmt":"2012-07-08T06:43:18","guid":{"rendered":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=4443"},"modified":"2012-07-08T08:43:18","modified_gmt":"2012-07-08T06:43:18","slug":"nur-ein-stuck-haut-oder-wie-tendenzielle-meinung-gemacht-wird","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=4443","title":{"rendered":"Nur ein St\u00fcck Haut? Oder wie tendenzielle Meinung gemacht wird!"},"content":{"rendered":"<p>Was liest man derzeit nicht alles in Zeitungen, von &#8222;Experten&#8220; und vieles mehr.<\/p>\n<p>Da wird die Beschneidung mit einer Impfung verglichen. Man schreibt von &#8222;Beschneidungsverbot&#8220; und vieles mehr.<br \/>\nDas durch das Urteil ein Leben f\u00fcr Juden und Muslime in Deutschland nicht mehr m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>usw. usw.<\/p>\n<p><em>Von den Behauptungen, das dies ein Urteil von Nazi-, antisemitischen oder christlichen Richtern gewesen sei, die die Juden und Muslime aus Deutschland raus treiben wollen befasse ich mich nicht erst. Ich habe es aufgegeben solchen Mist zu entgegnen. Ebenso wie es m\u00fc\u00dfig ist, denen etwas zu entgegnen, die Religionsfreiheit ganz abschaffen wollen, den Emp\u00f6rten entgegnen, das sie ja woanders hin k\u00f6nnen und und und.<\/em><\/p>\n<p><b><u>&#8222;Beschneidung ist wie eine Impfung?&#8220;<\/u><\/b> oder <b><u>&#8222;Nur ein Hautfetzen?&#8220;<\/u><\/b><br \/>\nAm spannendsten finde ich es, wenn Menschen behaupten, das sich bei der Beschneidung nur um ein kleines St\u00fcck Haut handelt, dass bei einer Beschneidung gerade bei S\u00e4uglingen ohne gro\u00dfen Eingriff erfordert. Die Beschneidung wurde von sogenannten &#8222;Experten&#8220; mit einer Impfung verglichen.<br \/>\nIch habe mich auf die Suche begeben und habe ein eindrucksvolles Video gefunden, dass diesen angeblich &#8222;Impf\u00e4hnlichen&#8220; Eingriff eindrucksvoll bei einer S\u00e4uglingsbeschneidung mit und ohne Bet\u00e4ubung dokumentiert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gesundheitssite.com\/beschneidung-video\"><b>Beschneidung Video (S\u00e4uglingsbeschneidung)<\/b><\/a><br \/>\n<em>(<b>VORSICHT!<\/b> mir ist bei der dritten Einstellung schlecht geworden)<\/em><\/p>\n<p>Ich gebe zu, ich habe vorher keiner Bescheidung beigewohnt, war aber mal im Rettungsdienst udn habe auch schon mal an einer Autobahn ein K\u00f6rperteil mit gesucht und mit einem Kollegen gefunden (Massenunfall). Ebenso habe ich bei Operationen\/Eingriffen\/Ma\u00dfnahmen vor Ort die verschiedensten Schnitte gesehen. Um so verwunderter war ich, wie ich von diesem Schnitt l\u00e4ngst der Vorhaut (3. Szene) angeekelt war. Vielleicht lag dies auch nur einfach daran, dass f\u00fcr mich dieser Eingriff medizinisch nicht erkl\u00e4rbar war. Was mir nicht bewusst war und dort eindrucksvoll zu sehen war, ist das es sich nicht um einen kleinen &#8222;Hautfetzen&#8220; handelt, sondern um einen nicht unerheblichen Teil der gesamten Penishaut eines S\u00e4uglings, was f\u00fcr mich die bisherige Argumentation von einem Hautfetzen nicht glaubw\u00fcrdig und mich sogar w\u00fctend macht.<br \/>\n\u00dcbrigens habe ich mir den Film zuerst ohne Ton angeschaut, das war schon schlimm. Mit Ton war die Beschneidung ohne Bet\u00e4ubung auch f\u00fcr mich eine noch gr\u00f6\u00dfere Qual.<\/p>\n<p>Diesen (in meinen Augen) schwerwiegenden (und im wahrsten Sinne des Wortes) &#8222;Einschitt&#8220; mit einer Impfung zu vergleichen ist (wieder in meinen Augen) schon pervers. Auch bei diesen Dimensionen des entfernten &#8222;Haut&#8220;materials von einem &#8222;Hautfetzen&#8220; zu sprechen halte ich f\u00fcr unangebracht.<br \/>\nDie Frage nach dem &#8222;Hautfetzen&#8220; ist sowieso unabh\u00e4ngig von der S\u00e4uglingsbeschneidung davon zu stellen. Medizinisch ist man einhellig der Meinung, dass sich in der Vorhaut extrem viele Nervenenden befinden. Mehr als an den Fingerkuppen, die wegen dem enorm wichtigen Tastsinn schon eine sehr hohe Anzahl an Nerven haben. Zudem kommt noch, dass die medizinische Funktion der Vorhat, so wie Beschrieben zwar nicht f\u00fcrs \u00dcberleben notwendig macht, aber durchaus seine medizinisch begr\u00fcndete Schutzfunktion hat.<\/p>\n<p>Wenn ich nun im Gegensatz dazu ein Video von einer Beschneidung eines (von der Penisdimension her) vermutlich erwachsenen Patienten ansehe, muss ich sagen, das dies mich emotional nicht so nahe geht:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.gesundheitssite.com\/beschneidung-video-3d\"><strong>Beschneidung Video 3D (vermutlich Erwachsenenbeschneidung)<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Vielleicht ist es nur ein subjektiver Eindruck, aber diese Beschneidung des vermutlich erwachsenen Penisses kam mir einfacher und medizinisch sicherer vor, als die S\u00e4uglingsbeschneidung, auch wenn diese (die S\u00e4uglingsbescheidungen) offensichtlich auch von medizinischem Fachpersonal durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p><b><u>&#8222;Beschneidungsverbot&#8220;<\/u><\/b><br \/>\nGerne wird von einem Beschneidungsverbot gesprochen. Dies ist nicht richtig und auch ganz klar in dem Urteil dargelegt.<br \/>\nBei dem Urteil handelt es sich um ein Verbot, f\u00fcr einen anderen Menschen, der nicht in der Lage ist seine Einwilligung wegen seinem Alter selbst geben zu k\u00f6nnen (sowohl sprachlich, wie auch auf Grund der fehlenden Erfassungsm\u00f6glichkeit) eine solche &#8222;einschneidende&#8220; Entscheidung zu f\u00e4llen. Jeder, egal welcher Religion darf sich Bescheiden lassen, wenn er lt. Gesetz in der Lage ist eine qualitative und bewusste Einwilligung zu \u00e4u\u00dfern. Nach den derzeitigen Gesetzen ist dies nicht etwa erst mit 18, sondern nicht genau definiert. Das aber ein S\u00e4ugling oder Kleinkind nicht in der Lage ist die Tragweite seiner Entscheidung zu erkennen, d\u00fcrfte auch f\u00fcr jeden ersichtlich sein.<\/p>\n<p>Warum gerade Muslime sich nun Emp\u00f6ren ist f\u00fcr mich nicht richtig verst\u00e4ndlich. Die meisten Bescheidungen in Deutschland aus muslimisch-religi\u00f6sen Gr\u00fcnden geschehen zwischen 4 und 10 Jahren, also nicht bei S\u00e4uglingen, aber auch nicht bei Menschen, die eine bewusste Einwilligung abgeben k\u00f6nnen. Alle Muslime, die sich zu Wort gemeldet haben reden von Tradition und nicht von der &#8222;Notwendigkeit&#8220;, das die Beschneidung zu einem bestimmten Alter zu erfolgen hat. Die verschiedenen Zeitpunkte der Beschneidung h\u00e4ngen wohl eher an der Kultur des fr\u00fcheren Heimatlandes der (evtl. schon vor Generationen) eingewanderten Muslime oder der Gemeinschaft, der man sich Anschlie\u00dft, wenn man zum Islam konvertiert.<br \/>\nIch denke, als jemand der au\u00dfen vor steht (also nie dem Islamischen Glauben angeh\u00f6rt hat), dass eine Beschneidung als traditionelle Handlung der Zugeh\u00f6rigkeit bei einer bewussten Entscheidung eigentlich eine konsequentere Handlung ist. Einer Beschneidung steht somit jedem Gl\u00e4ubigen offen. Dies wird Ihm, <b>dem Gl\u00e4ubigen<\/b> im Art 4 des GG garantiert. Ihm wird aber nicht per GG garantiert Dritten die Religionsfreiheit einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Im Judentum ist dies etwas anders. Dort beharren etliche j\u00fcdische Religionsgemeinschaften auf die Anforderung von Gott an Abraham zur Festigung des Bundes zwischen Gott und dem j\u00fcdischen Volk. Dies ist aber auch in den j\u00fcdischen Religionsgemeinschaften umstritten und nicht alle &#8222;j\u00fcdischen Glaubens&#8220; folgen den Anforderungen der meisten j\u00fcdischen Religionsgemeinschaften. Nach Sch\u00e4tzungen sind in Deutschland zwischen 10% und 20% der j\u00fcdischen Glaubensanh\u00e4nger nicht beschnitten. Diese sind nach dem was gerne in Zeitungsberichten ge\u00e4u\u00dfert wird somit von der Religionsgemeinschaft ausgeschlossen. Bei Genesis\/Moses hei\u00dft es, dass<br \/>\n<b>&#8222;Mit acht Tagen soll alles M\u00e4nnliche unter euch beschnitten werden&#8220;<\/b><br \/>\nAus diesem nehmen die meisten j\u00fcdischen Religionsgemeinschaften die Forderung, dass die S\u00e4uglinge am achten Tag nach der Geburt beschnitten werden sollen. Also verlangt man hier eine wortw\u00f6rtliche Befolgung der Worte aus der Tora\/dem Alten Testament.<br \/>\nNun, sowohl in der \u00dcbersetzung der Tora, wie auch in der \u00dcbersetzung der Bibel lese ich immer wieder:<br \/>\n&#8222;<b>Am Fleisch eurer Vorhaut<\/b> sollt ihr beschnitten werden&#8220; (Genesis)<br \/>\n&#8222;der <b>am Fleisch seiner Vorhaut<\/b> sich nicht beschneiden l\u00e4\u00dft&#8220; (Genesis)<br \/>\n&#8222;Ihr sollt aber <b>die Vorhaut an eurem Fleisch<\/b> beschneiden&#8220; (Moses)<br \/>\n&#8222;Und wo ein Mannsbild nicht wird <b>beschnitten an der Vorhaut<\/b> seines Fleisches&#8220; (Moses)<\/p>\n<p>Nun, ebenso wie die Sklaverei und auch das T\u00f6ten von Menschen aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden nicht mehr praktiziert wird, scheint es mir hier noch st\u00e4rker eine Frage der Auslegung.<br \/>\nZum einen unterscheidet sich die (angeblich offiziell anerkannte) \u00dcbersetzung der Tora\/Torah von der Bibel (Luther-\u00dcbersetzung). W\u00e4hrend die Bibel von<br \/>\n&#8222;Ein jegliches Kn\u00e4blein, wenn\u2019s acht Tage alt ist, sollt ihr beschneiden bei euren Nachkommen.&#8220;<br \/>\nschreibt, hei\u00dft es in der \u00dcbersetzung der Torah:<br \/>\n&#8222;Mit acht Tagen soll alles M\u00e4nnliche unter euch beschnitten werden&#8220;.<\/p>\n<p>Wie ich schon in meinem ersten Artikel geschrieben habe, k\u00f6nnte ich mir vorstellen, dass gerade mit dem &#8222;achten Tage&#8220; auch der Bund mit Gott zu geschehen hat, wenn der Knabe\/Gl\u00e4ubige in die Religionsgemeinschaft aufgenommen wird, was bei einem S\u00e4ugling noch nicht der Fall ist, sondern erst mit der &#8222;Bar Mitzwa&#8220;. Erst hier tr\u00e4gt der j\u00fcdische Junge die religi\u00f6se Verantwortung selbst. Er wird sozusagen Sinnbildlich in die Religionsgemeinschaft &#8222;geboren&#8220;.<br \/>\nZudem kann ich weder bei der Bibel, noch bei der Tora-\u00dcbersetzung eine klare Aussage dar\u00fcber finden, das die Vorhaut &#8222;entfernt&#8220; werden muss. &#8222;Am Fleich seiner (Eurer) Vorhaut&#8220; klingt f\u00fcr mich eher so, das die Vorhaut einen Schnitt bekommen sollte und nicht das diese Entfernt werden soll. Ansonsten macht f\u00fcr mich die Feststellung zum nicht &#8222;Beschnittenen&#8220; keinen Sinn:<br \/>\n&#8222;Ein vorhautiger Mann aber, der am Fleisch seiner Vorhaut sich nicht beschneiden l\u00e4\u00dft&#8220;<br \/>\nEs gibt da doch scheinbar einen Unterschied von &#8222;vorh\u00e4tigen M\u00e4nnern&#8220;, die beschnitten sind und welche die nicht beschnitten sind. Ansonsten macht f\u00fcr mich dieser Satz in der Tora wenig Sinn, da es dann eher Sinngem\u00e4\u00df:<br \/>\n&#8222;Ein <s>vorhautiger<\/s> Mann aber, der <s>am Fleisch<\/s> seine<s>r<\/s> Vorhaut sich nicht beschneiden l\u00e4\u00dft&#8220;<\/p>\n<p>Zudem erw\u00e4hnt hier anscheinend Gott, dass nicht ein S\u00e4ugling mit 8 Tagen wegen einer Beschneidung entsprechende Konsequenzen zu tragen hat, sondern der nicht beschnittene vorh\u00e4utige &#8222;Mann&#8220;. Auch wird hier die Entscheidung dem &#8222;vorh\u00e4utigen Mann&#8220; zugeordnet, da es in der Textstelle hei\u00dft: &#8222;sich nicht beschneiden l\u00e4\u00dft&#8220; und nicht das er nicht beschnitten &#8222;wurde&#8220;.<br \/>\nMann kann hier also von einer &#8222;freien Entscheidung&#8220; eines Mannes sprechen, auch wenn das Wort frei bei den Konsequenzen (&#8230;, gerodet werde solch Wesen aus seinen Volkleuten, meinen Bund hat er gesprengt&#8220;) eher eine rein theoretische ist.<br \/>\nEine Entscheidung, eines vorh\u00e4utigen Mannes, ob er sich Beschneiden l\u00e4sst (in dem landl\u00e4ufigen Sinne) ist von allen Grundrechten gedeckt und es besteht f\u00fcr diesen kein &#8222;Beschneidungsverbot&#8220;, wie es manche rei\u00dferischen \u00dcberschriften vorgaukeln.<br \/>\nEinen kleinen (symbolischen) Schnitt in das &#8222;Fleisch der Vorhaut&#8220; k\u00f6nnte ich \u00fcbrigens eher mit einer Impfung gleich setzen. Dies w\u00fcrde auch eher den symbolischen Handlungen anderer Traditionen gleich kommen, wie z.B. auch die -von mir pers\u00f6nlich abgelehnten- S\u00e4uglingstaufe.<\/p>\n<p><b><u>&#8222;Die Selbstverpflichtungen&#8220;<\/u><\/b><br \/>\nUm auf noch ein weiteres Thema zu kommen, sind Internationale Abkommen, zu dessen Beachtung sich viele L\u00e4nder und darunter auch die meisten L\u00e4nder mit Muslimischen Mehrheiten und Israel verpflichtet haben. Und eben auch Deutschland.<br \/>\nDie verschiedenen Aspekte des Grundgesetzes, der EU-Menschenrechtskonvention und der UN-Menschenrechtskonvention habe ich bereits in meinem letzten Artikel mit dem &#8222;rei\u00dferischen&#8220; Titel <a href=\"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=4414\">&#8222;Ein Urteil des K\u00f6lner Landgericht und eine Horde aufgeregter Religionsfunktion\u00e4re&#8220;<\/a> auf gegriffen.<br \/>\nIn allen wurde mir recht deutlich, das &#8222;jeder&#8220; das recht auf Religionsfreiheit hat und nicht die (Religions-) Gemeinschaft das Recht auf die Religionsfreiheit Dritter hat.<br \/>\nAber eine internationale Vereinbarung, zu der sich alle (au\u00dfer USA und Somalia), auch Deutschland, die UN-angeschlossenen muslimischen L\u00e4nder und Israel verpflichtet haben, ist die UN-Kinderrechtskonvention. Diese hatte ich im letzten Artikel komplett aus meinen Betrachtungen ausgeblendet gehabt.<br \/>\nDabei ist diese noch eindeutiger:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\"><b>Artikel 1<\/b> [Geltung f\u00fcr das Kind; Begriffsbestimmung]<br \/>\nIm Sinne dieses \u00dcbereinkommens ist ein Kind jeder Mensch, der das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hat, soweit die Vollj\u00e4hrigkeit nach dem auf das Kind anzuwendenden Recht nicht fr\u00fcher eintritt.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\n<b>Artikel 12<\/b> [Ber\u00fccksichtigung des Kindeswillens]<br \/>\n*    Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das f\u00e4hig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind ber\u00fchrenden Angelegenheiten frei zu \u00e4u\u00dfern, und ber\u00fccksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.<br \/>\n*    Zu diesem Zweck wird dem Kind insbesondere Gelegenheit gegeben, in allen das Kind ber\u00fchrenden Gerichts- oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften geh\u00f6rt zu werden.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\n<b>Artikel 14<\/b> [Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit]<br \/>\n1    Die Vertragsstaaten achten das Recht des Kindes auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.<br \/>\n2    Die Vertragsstaaten achten die Rechte und Pflichten der Eltern und gegebenenfalls des Vormunds, das Kind bei der Aus\u00fcbung dieses Rechts in einer seiner Entwicklung entsprechenden Weise zu leiten.<br \/>\n3    Die Freiheit, seine Religion oder Weltanschauung zu bekunden, darf nur den gesetzlich vorgesehenen Einschr\u00e4nkungen unterworfen werden, die zum Schutz der \u00f6ffentlichen Sicherheit, Ordnung, Gesundheit oder Sittlichkeit oder der Grundrechte und -freiheiten anderer erforderlich sind.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\n<b>Artikel 19<\/b> [Schutz vor Gewaltanwendung, Mi\u00dfhandlung, Verwahrlosung]<br \/>\na    Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsma\u00dfnahmen, um das Kind vor jeder Form k\u00f6rperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenszuf\u00fcgung oder Mi\u00dfhandlung, vor Verwahrlosung Oder Vernachl\u00e4ssigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschlie\u00dflich des sexuellen Mi\u00dfbrauchs zu sch\u00fctzen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.<br \/>\nb    Diverse Schutzma\u00dfnahmen sollen je nach den Gegebenheiten wirksame Verfahren zur Aufstellung von Sozialprogrammen enthalten, die dem Kind und denen, die es betreuen, die erforderliche Unterst\u00fctzung gew\u00e4hren und andere Formen der Vorbeugung vorsehen sowie Ma\u00dfnahme zur Aufdeckung, Meldung, Weiterverweisung, Untersuchung, Behandlung und Nachbetreuung in den in Absatz 1 beschriebenen F\u00e4llen schlechter Behandlung von Kindern und gegebenenfalls f\u00fcr das Einschreiten der Gerichte.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\n<b>Artikel 24<\/b> [Gesundheitsvorsorge]<br \/>\na    Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf das erreichbare H\u00f6chstma\u00df an Gesundheit an sowie auf Inanspruchnahme von Einrichtungen zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit. Die Vertragsstaaten bem\u00fchen sich sicherzustellen, da\u00df keinem Kind das Recht auf Zugang zu derartigen Gesundheitsdiensten vorenthalten wird.<br \/>\nb    Die Vertragsstaaten bem\u00fchen sich, die volle Verwirklichung dieses Rechts sicherzustellen, und treffen insbesondere geeignete Ma\u00dfnahmen, um<br \/>\n&#8211;    a. die S\u00e4uglings- und Kindersterblichkeit zu verringern;<br \/>\n&#8211;    b. sicherzustellen, da\u00df alle Kinder die notwendige \u00e4rztliche Hilfe und Gesundheitsf\u00fcrsorge erhalten, wobei besonderer Nachdruck auf den Ausbau der gesundheitlichen Grundversorgung gelegt wird;<br \/>\n&#8211;    c. Krankheiten sowie Unter- und Fehlern\u00e4hrung auch im Rahmen der gesundheitlichen Grundversorgung zu bek\u00e4mpfen, unter anderem durch den Einsatz leicht zug\u00e4nglicher Technik und durch die Bereitstellung ausreichender vollwertiger Nahrungsmittel und sauberen Trinkwassers, wobei die Gefahren und Risiken der Umweltverschmutzung zu ber\u00fccksichtigen sind;<br \/>\n&#8211;    d. eine angemessene Gesundheitsf\u00fcrsorge f\u00fcr M\u00fctter vor und nach der Entbindung sicherzustellen;<br \/>\n&#8211;    e. sicherzustellen, da\u00df allen Teilen der Gesellschaft, insbesondere Eltern und Kindern, Grundkenntnisse \u00fcber die Gesundheit und Ern\u00e4hrung des Kindes, die Vorteile des Stillens, die Hygiene und die Sauberhaltung der Umwelt sowie die Unfallverh\u00fctung vermittelt werden, da\u00df sie Zugang zu der entsprechenden Schulung haben und da\u00df sie bei der Anwendung dieser Grundkenntnisse Unterst\u00fctzung erhalten;<br \/>\n&#8211;    f. die Gesundheitsvorsorge, die Elternberatung sowie die Aufkl\u00e4rung und die Dienste auf dem Gebiet der Familienplanung auszubauen.<br \/>\nc    Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Ma\u00dfnahmen, um \u00fcberlieferte Br\u00e4uche, die f\u00fcr die Gesundheit der Kinder sch\u00e4dlich. sind, abzuschaffen.<br \/>\nd    Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die internationale Zusammenarbeit zu unterst\u00fctzen und zu f\u00f6rdern, um fortschreitend die volle Verwirklichung des in diesem Artikel anerkannten Rechts zu erreichen. Dabei sind die Bed\u00fcrfnisse der Entwicklungsl\u00e4nder besonders zu ber\u00fccksichtigen.<br \/>\n<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.kid-verlag.de\/kiko.htm\">kid-verlag.de &#8211; \u00dcBEREINKOMMEN \u00dcBER DIE RECHTE DES KINDES | UN-Kinderrechtskonvention im Wortlaut | Texte in amtlicher \u00dcbersetzung)<\/a><\/p>\n<p>Ich habe extra mal die entsprechenden Artikel im Ganzen hier zitiert, obwohl bei manchen nur Teile davon Interessant sind. Wie gesagt, Deutschland hat sich sei ca. Mitte 2010 (vorher gab es Vorbehalte bez\u00fcglich Abschiebungsverbot von Kindern) verpflichtet diese Kinderrechtskonvention uneingeschr\u00e4nkt (und ohne &#8222;Vorbehalte&#8220;) anzuerkennen und zu befolgen. Ebenso haben sich bis auf USA und Somalia, die die UN-Kinderrechtskonvention bisher nicht unterschrieben haben und einigen wenigen L\u00e4ndern, die die Unterzeichnung mit Vorbehalten get\u00e4tigt haben (z.B. Schweiz) alle Staaten der UN mit Ihrer Verifizierung verpflichtet diese Anzuerkennen.<\/p>\n<p>Schauen wir uns nun diese UN-Kinderrechtskonvention an, die von Deutschland, den meisten muslimischen Staaten und auch dem israelischen Staat uneingeschr\u00e4nkt angenommen wurde.<br \/>\nDas beginnt mit der Definition &#8222;Kind&#8220;. Im Art.1 hei\u00dft es dazu dass diese bis zu einem bestimmten Alter geht und es gibt keine Aussage, dass diese irgendwann erst beginnt. Das ist ja auch immer eine spannende Frage, wann das Leben und somit auch das kindliche Leben beginnt. Unstrittig d\u00fcrfte aber sein, das mit der Geburt ein eigenst\u00e4ndiges Leben beginnt, das man getrost umgehend durch die UN-Kinderrechtskonvention gesch\u00fctzt sehen muss. Also sind die hier wegen des Beschneidungskonflikt Betroffenen auch unter dem Aspekt der UN-Kinderrechtskonvention zu sehen.<br \/>\nAls n\u00e4chstes neben den ganzen anderen Rechten und Schutzgeboten kommt man zum Art. 12, dass den Kindern entsprechend ihres Alters und Reife eigene Entscheidungen und Meinungen zubilligt. Dies k\u00f6nnte durch irreparablen Handlungen durch die Erziehungsberechtigten unterh\u00f6hlt werden. Zwar impliziert dieser Artikel auch, das Entscheidungen bei fehlender Reife durch Erziehungsberechtigte (im Idealfall die Eltern) getroffen werden k\u00f6nnen, aber weitere Artikel sind da einschr\u00e4nkend.<br \/>\nSchon 2 Artikel weiter, im Art. 14 stellt die UN-Kinderrechtskonvention fest, dass das Kind (und nicht etwa die Eltern) das recht auf (unter Anderem) die Religionsfreiheit hat. die Unterzeichneten Staaten haben sich zur Achtung dieses Kindrechtes verpflichtet. Durch Handlungen vor der entsprechenden &#8222;Reife&#8220; (gem\u00e4\u00df Art. 12) wird diese Freiheit zumindest psychisch eingeschr\u00e4nkt (von der k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkung, ob als solche sp\u00e4ter von Betroffenen so wahrgenommen oder nicht mal abgesehen).<br \/>\nDer Art. 19 soll Kinder vor Gewaltanwendungen bewahren. Die unterzeichneten Staaten verpflichten sich dazu die Kinder vor &#8222;vor jeder Form k\u00f6rperlicher oder geistiger Gewaltanwendung&#8220; zu sch\u00fctzen (und noch vor vielem mehr). das dieser Schutzauftrag nichtbei der Familie oder dem privaten Bereich endet wird ebenfalls sehr deutlich gemacht:<br \/>\n&#8222;solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.&#8220;<br \/>\nEs wir also gerade ein Schutz zugesprochen, so lande sich ein Kind in Obhut befindet, also bis zu dem Zeitpunkt wo er &#8222;Reif&#8220; f\u00fcr bestimmte eigene Entscheidungen ist oder eben nach der Definition der UN-Kinderrechtskonvention kein Kind mehr ist.<br \/>\nNeben dieser schon recht eindeutigen Schutzverpflichtung der Unterzeichnerstaaten stellt der Artikel 24 auch noch im Punkt &#8222;c&#8220; fest, das:<br \/>\n&#8222;Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Ma\u00dfnahmen, um \u00fcberlieferte Br\u00e4uche, die f\u00fcr die Gesundheit der Kinder sch\u00e4dlich. sind, abzuschaffen.&#8220;<br \/>\nEin nicht medizinisch notwendiger Eingriff ist f\u00fcr die Gesundheit eines Kindes abtr\u00e4glich. Sei es kurzfristig durch die medizinisch unn\u00f6tige Heilzeit oder auch durch Langzeitwirkungen, sowohl seelisch, psychisch, wie auch k\u00f6rperlich. In welchen Umfang udn in welcher st\u00e4rke fr\u00fchkindliche Traumas sich auf das weitere Leben auswirken kann man noch nicht sagen, aber das es Auswirkungen hat, ist f\u00fcr mich unbestritten. Zu den gesundheitlichen Auswirkungen geh\u00f6ren meiner Meinung auch der sp\u00e4tere psychische Druck durch diese irreparable Handlung an S\u00e4uglingen und Kindern (die nicht die n\u00f6tige Reife haben).<\/p>\n<p>Trotzdem ich mich die letzten Tage wieder intensiv mit dem Thema Beschneidung befasst habe, komme ich f\u00fcr mich zu dem Schluss, dass die Beschneidungen von S\u00e4uglingen und Kleinkindern nicht religi\u00f6s oder gesellschaftlich als notwendig anzusehen sind. Rechtlich sind sie meiner Meinung nach sowohl nach nationalem Recht, wie auch durch internationale Vertr\u00e4ge und Abkommen  nicht gedeckt. Im Gegenteil. Hinzu kommt, dass ich pers\u00f6nlich glaube, dass auch in den L\u00e4ndern, aus denen die Tradition nach Deutschland gekommen ist (vor allem bei den muslimischen Glaubensrichtungen) oder hier im Laufe der Jahrhunderte gewachsen sind (bei den j\u00fcdischen Mitb\u00fcrgern und den israelischen Staat als den &#8222;geistigen&#8220; j\u00fcdischen Staat) diese Beschneidungen in dieser Form nicht durch die Vereinbarung (der UN-Kinderrechtskonvention) gedeckt ist. Aber um diese L\u00e4nder geht es bei dieser Rechtsprechung durch das LG K\u00f6ln nicht und ich mische mich nicht in deren Souver\u00e4n ein.<\/p>\n<p><b><u><br \/>\nNachsatz zu dem &#8222;Kindeswohl&#8220; und die (beiden gro\u00dfen) christlichen Kirchen<\/u><\/b><br \/>\nMit erstaunen hatte ich festgestellt, dass sich die beiden gro\u00dfen christlichen Kirchen umgehende zu Wort gemeldet hatten. Unter anderem Einrichtungen, die unter der Leitung von diesen beiden gro\u00dfen Kirchen standen und stehen sind Orte der Kindesmisshandlung gewesen. Die versprochene Aufarbeitung ist bis Heute nicht erfolgt. Weiter steht Vertuschung vor Aufarbeitung und Schutz der Opfer und zuk\u00fcnftiger Schutzbefohlener. Neben der Neigung, die eigenen Missst\u00e4nde zu vertuschen und die Ursachen nicht zu behandeln ist auch der weiter ausge\u00fcbte seelische Druck auf Opfer nicht hinnehmbar.<br \/>\nIm Blick auf dieser derzeitige Situation der beiden gro\u00dfen christlichen Kirchen spreche ich pers\u00f6nlich Ihnen eine Mitsprache \u00fcber Dinge bei denen es um das Kindeswohl geht ab!<\/p>\n<p><b><u>Link:<\/u><\/b><\/p>\n<p>&#8211; Gehirnsturm: <a href=\"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=4414\">Ein Urteil des K\u00f6lner Landgericht und eine Horde aufgeregter Religionsfunktion\u00e4re<\/a><\/p>\n<p><u><b>Artikel als eBook zum Download:<\/b><\/u><br \/>\n<a href='http:\/\/gehirnsturm.info\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/Urteil-LG-Meinungsmache.epub'>Nur ein St\u00fcck Haut? Oder wie tendenzielle Meinung gemacht wird!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was liest man derzeit nicht alles in Zeitungen, von &#8222;Experten&#8220; und vieles mehr. 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Das durch das Urteil ein Leben f\u00fcr Juden und Muslime in Deutschland &hellip; <a href=\"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=4443\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,766,13,14],"tags":[1083,142,298,1084,1086,1085,1411,1082,566],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/gehirnsturm.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4443"}],"collection":[{"href":"http:\/\/gehirnsturm.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/gehirnsturm.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/gehirnsturm.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/gehirnsturm.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4443"}],"version-history":[{"count":17,"href":"http:\/\/gehirnsturm.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4443\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4466,"href":"http:\/\/gehirnsturm.info\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4443\/revisions\/4466"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/gehirnsturm.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4443"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/gehirnsturm.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4443"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/gehirnsturm.info\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4443"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}