{"id":4973,"date":"2012-12-16T14:06:35","date_gmt":"2012-12-16T13:06:35","guid":{"rendered":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=4973"},"modified":"2013-11-29T15:18:39","modified_gmt":"2013-11-29T14:18:39","slug":"wahnsinn-der-fall-mollath-und-viele-mehr","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=4973","title":{"rendered":"Wahnsinn! Der Fall Mollath (und viele mehr)"},"content":{"rendered":"<p>Es ist schon erstaunlich.<br \/>\nWochenlang wird der &#8222;Fall Mollath&#8220; durch die Presse getrieben. Jeder kleinste Stein wird von unten nach oben gedreht und pl\u00f6tzlich vor ein paar Tagen, gehts nicht mehr um Schuld oder Unschuld, sondern um &#8222;Selbst Schuld&#8220;.<br \/>\nInnerhalb von 2 Tagen ver\u00f6ffentlichen mehrere Zeitungen (z.B. Spiegel, Zeit, TAZ) Artikel, die mehr oder weniger profan Mollaths Geisteszustand als doch etwas &#8222;gaga&#8220; einsch\u00e4tzen.<br \/>\nDer Grund etwa neue Fakten? Nein, es sind weiter die alten Fakten, aber er hat sich &#8222;merkw\u00fcrdig Verhalten&#8220;, ja also wenn schon nicht etwa doch verr\u00fcckt, so hat er es aber selbst provoziert, das er als Verr\u00fcckt dasteht.<\/p>\n<p>So werden Ihm nun Dinge angedichtet, die garnicht von Ihm kamen. Als &#8222;Deutschlands Mandela&#8220; (Spiegel Online) wird er angeblich betrachtet. Wer betrachtet Ihn so, wirklich die Mahnwachen, die angeblich unter diesem Motto abgehalten werden? Oder doch die Presse, denen einer der von einem der gr\u00f6\u00dften Schwarzgeldaff\u00e4ren spricht zu klein ist? Nein das Reicht nicht, also legt man Ihm eine riesige Verschw\u00f6rungstheorie in den Mund.<\/p>\n<p>Mollath ein Einzelfall?<\/p>\n<p>Man tut hier so, als ob Mollath ein Einzelfall ist. Die Hinweise auf einige andere F\u00e4lle interessiert die Presse nicht. Da kann man ja auch nichts so sch\u00f6n hinein interpretieren.<br \/>\nIch habe jahrzehntelang in K\u00f6ln gelebt. Dort gibt es den SSK, eine Gruppe von Menschen, die andere Menschen nicht stigmatisieren will und wei\u00df, das &#8222;normal&#8220; relativ ist. Diese Gruppe hat nicht nur einen oder zwei Menschen aus der Psychiatrie &#8222;befreit&#8220;, sondern etliche. Zu einem nicht unwesentlichen Teil gegen Ihren Willen mit Medikamenten zudr\u00f6hnt. Menschen, die nach Ihrer Befreiung erst mal den langen weg aus der chemisch hervorgerufenen Psychose finden mussten. Menschen, die vielleicht nicht so &#8222;funktionierten&#8220;, wie es der Mainstream will, die aber oft mehr Willen und Biss haben, als die &#8222;Normalen&#8220;.<br \/>\nMenschen, die nach Ihren Kampf zur\u00fcck in die Gesellschaft mich im Westerwald besuchten und nach Psychopharmaka (gegen Ihren Willen) und Entzug sich wie Entdecker auf matschigen Waldwegen bewegten. Wo eine \u00e4ltere Frau mit einem Satz in dem Wohnmobilkoffer eines Hannomag AL28 war, als eine Kuh um die Ecke des Waldweges kam, \u00e4ngstlich und fasziniert zugleich. Wie sie dann noch mitgeholfen hat diese und weitere entlaufene K\u00fche zur\u00fcck auf eine Weide zu treiben.<\/p>\n<p>Nein es ist kein Einzelfall. Menschen wegzusperren, die einem unangenehm sind oder nicht in die Form passen ist bequem und so macht man es. Und dann ist es egal, was man macht. Wehrt man sich dagegen, wom\u00f6glich auch noch K\u00f6rperlich, dann ist das der Beweis. Resigniert man, dann ist dies auch der Beweis. Verweigert man sich, auch wieder ein klarer Beweis. F\u00fcr die Psychiatrischen Anstalten ist es eine einfache Kosten\/Nutzen-Frage. Wird ein Mensch agressiv, dann wird er mit medikamenten ruhig gestellt. Das die Beraubung der pers\u00f6nlichen Freiheit und der Grundrechte selbst schon ein Akt der brutalsten Gewalt ist, das z\u00e4hlt nat\u00fcrlich nicht. Jeder Patient z\u00e4hlt f\u00fcr Einnahmen von XX Euro je Tag. Je weniger Aufwand, um so h\u00f6her die Ertragsspanne.<br \/>\nHat man dann noch so einen Fall wie Mollath, dann wird&#8217;s f\u00fcr alle, der Klinik und den Psychiatern so richtig interessant. Neben den Kosten f\u00fcr Unterbringung gibt es auch noch turnusm\u00e4\u00dfig richtig gut Geld f\u00fcr Gutachten!<br \/>\nWas bringt so ein Gutachten? 5.000 Euro oder sogar noch mehr?<br \/>\nMehr als so manch einer in Deutschland \u00fcberhaupt im Jahr zum leben hat. Und das regelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"480\" height=\"360\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/ealCvWMJz98\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Nun, Mollath hatte \u00fcber Jahre versucht seine Frau von Finanzvorg\u00e4ngen abzubringen, die seiner Meinung nach Schwarzgeldverschiebungen sind. Und das nicht als Einzelf\u00e4lle, sondern in einem System mit mehreren anderen Bankberatern zusammen. Seine anf\u00e4nglichen Versuche innerhalb der Familie sind gescheitert. So zog er in seiner Verzweiflung immer weitere Kreise, in dem Versuch diese Transaktionen zu stoppen. Aus diesen bem\u00fchungen heraus wird auch ein damalig enger Freund der familie mit hineingezogen. Wie er erst Jahre sp\u00e4ter, da der Kontakt zur Familie abgebrochen ist &#8222;eidesstattlich&#8220; erkl\u00e4rt, wurde er aktiv von der damaligen Frau vom Mollath angesprochen. mit der Bitte auf Ihn, dem &#8222;irren&#8220; Mollath einzuwirken. Wenn es nicht klappen w\u00fcrde, dann hatte sie da scheinbar nach der Erkl\u00e4rung des ehemaligen Freundes bereits ganz konkrete Pl\u00e4ne, wie sie sich Ihres Mannes er\u0144tledigen werde. <\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Sie bat mich inst\u00e4ndig, auf Gustl einzuwirken. Ich w\u00e4re der einzige, auf den er h\u00f6ren w\u00fcrde.<br \/>\nEr w\u00fcrde sich in ihre beruflichen Belange einmischen. Sie lie\u00dfe sich das nicht l\u00e4nger gefallen.<br \/>\nIch versprach ihr, es zu versuchen.<br \/>\nDiesem Wunsch bin ich allerdings nicht nachgekommen.<br \/>\n-3-<br \/>\nSp\u00e4ter erreichte mich ein weiterer Anruf von Petra Molllath. Sie erkl\u00e4rte mir w\u00f6rtlich:<br \/>\n\u201e<strong>Wenn Gustl meine Bank und mich anzeigt mache ich ihn fertig.<br \/>\nIch habe sehr gute Beziehungen. Dann zeige ich ihn auch an, das kannst du ihm sagen.<br \/>\nDer ist doch irre, den lasse ich auf seinen Geisteszustand \u00fcberpr\u00fcfen, dann h\u00e4nge ich ihm was<br \/>\nan, ich wei\u00df auch wie<\/strong>\u201c.<br \/>\nIch habe mich spontan angeboten, nach N\u00fcrnberg zu fahren um zu vermitteln und bat um<br \/>\nR\u00fcckruf. Bevor sie das Gespr\u00e4ch beendete lie\u00df sie mich wissen: \u201e Wenn Gustl seine Klappe<br \/>\nh\u00e4lt, kann er 500,000\u20ac von seinem Verm\u00f6gen behalten, das ist mein letztes Wort.\u201c<br \/>\n<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.gustl-for-help.de\/\">Eidesstattliche Versicherung Edward Braun (Zahnarzt) zu H\u00e4nden Frau Ministerin Dr. Beate Merk [zu finden auf der Seite &#8222;gustl-for-help.de&#8220; rechts unter &#8222;Sonstiges(PDF)&#8220;]<\/a>)<\/p>\n<p>Nun der ehemalige Freund Edward Braun schickte das Schreiben an die Staatsanwaltschaft N\u00fcrnberg-F\u00fcrth und an die Justizministerin von Bayern, Frau Merk. Schon deshalb sollte er aufpassen, wenn er mal wieder nach Bayern kommt. So was ist ja vollkommen &#8222;Irre&#8220;!<br \/>\nJetzt wird Herr Braun nicht etwas angesprochen und hinterfragt, in wie weit er sich wirklich erinnern kann oder Ihm z.B. erl\u00e4utert, wie eine rechtm\u00e4\u00dfige &#8222;eidesstattliche Versicherung&#8220; auszusehen hat. Nein, man wertet ein Schreiben wie dieses als einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Das ist sehr spannend, da sich weder in der eidesstattlichen Versicherung, noch in den diversen Anschreiben ein &#8222;Antrag&#8220; erkennen lie\u00df.<br \/>\nUnd die &#8222;eidesstattliche Versicherung&#8220; ist auch nicht etwa erst dieses Jahr an die Staatsanwaltschaft und Frau Merk gesendet worden. Diese ist bereits Anfang September 2011, also auch vor den Erkl\u00e4rungen der Ministerin im Landtag zum Ende 2011 sowohl bei der Staatsanwaltschaft und Ministerium eingetroffen.<\/p>\n<p>Wie gesagt, so weit ich es \u00fcberblicke hat nachdem nun Frau Merk offensiv in der &#8222;M\u00fcnchener Runde&#8220; im BR gegen die Vorw\u00fcrfe vorgegangen ist der SpOn (Spiegel Online) mit der Kehrtwende zum Thema &#8222;Mollath&#8220; und &#8222;Irre&#8220; vollzogen.<br \/>\nWer sich die M\u00fche macht sich diese &#8222;Diskussionsrunde&#8220; im BR anzuschauen (&#8222;<a href=\"http:\/\/www.br.de\/fernsehen\/bayerisches-fernsehen\/sendungen\/muenchner-runde\/Podcast-Mollath-102.html\">Der Fall Mollath<\/a>&#8220; &#8211; ich wei\u00df nicht, wie lange dieses Video vorgehalten wird!), wird feststellen, das sich Frau Merk versichert, das Hubert Aiwanger die Unterlagen, vor allem den internen Bericht der HVB nicht gelesen hat (ab Min. 12:00), geschweige denn wirklich mal durchgearbeitet hat. Als dies f\u00fcr sich Sicher war, stellt sie wiedermal Behauptungen auf, die die S\u00fcddeutsche vor allem in dem Bereich, ob es &#8222;Schwarzgeldvorw\u00fcrfe&#8220; gab widerlegt. Merk behauptet in der Diskussionsrunde, das die HVB nicht ein Wort des Vorwurfes von Schwarzgeld beinhaltet habe.<br \/>\nSo sagt Frau Merk in der Diskussionsrunde w\u00f6rtlich:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Aber immer dann, wenn es darum ging Schwarzgeldvorw\u00fcrfe, die Herr Mollath erhoben hat aufzudecken, dann schweigt dieser Bericht.<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.br.de\/fernsehen\/bayerisches-fernsehen\/sendungen\/muenchner-runde\/Podcast-Mollath-102.html\">M\u00fcnchener Runde\/BR vom 11.12.2012 ab Min. 13:08<\/a>)<\/p>\n<p>Die S\u00fcddeutsche stellt dazu in einem Artikel zu der Diskussionsrunde klar:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Die Fakten: Auf Seite 7 des Pr\u00fcfberichts werden die Geldgesch\u00e4fte f\u00fcr eine &#8222;allgemein bekannte Pers\u00f6nlichkeit&#8220; in den Jahren 2001 und 2002 untersucht. W\u00f6rtlich ist davon die Rede, dass es sich &#8222;<b>um Schwarzgeld handelte<\/b>&#8222;.<\/p>\n<p>Auf Seite 16 findet sich als ein Fazit der Revision: &#8222;Allen Mitarbeitern waren viele und gravierende Verfehlungen bzw. Verst\u00f6\u00dfe gegen interne Richtlinien und <b>externe Vorschriften<\/b> (u. a. <b>Abgabenordnung, Geldw\u00e4schegesetz, Wertpapierhandelsgesetz<\/b>) anzulasten.&#8220;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/bayern\/fall-mollath-fakten-widersprechen-der-ministerin-1.1549168\">S\u00fcddeutsche Zeitung &#8211; &#8222;Fall Mollath &#8211; Fakten widersprechen der Ministerin&#8220;<\/a> [auf Seite 4]; Hervorhebungen durch meine Wenigkeit)<\/p>\n<p>&#8222;externe Vorschriften&#8220;, was k\u00f6nnte damit gemeint sein? Nun dankenswerterweise erl\u00e4utert der Bericht dies auch noch: &#8222;Abgabenordnung, Geldw\u00e4schegesetz, Wertpapierhandelsgesetz&#8220;. Alles Rechtliche Bestimmungen dessen Umgehung man wohl zumindest Landl\u00e4ufig als Schwarzgeldvergehen bezeichnen k\u00f6nne, neben dem wortw\u00f6rtlichen Vorwurf von Seite 7, wo im Zusammenhang mit der \u00f6fters zitierten &#8222;allgemein bekannten Pers\u00f6nlichkeit&#8220; von &#8222;Schwarzgeld&#8220; die Rede ist.<br \/>\nDer SWR hat den Revisionsbericht als (leider stellenweise sehr schlechten) Scan auf seinen Webseiten zum Download eingestellt. Liest man sich den entsprechenden Text dort durch, dann ist man geneigt, die Justizministerin von Bayer, Frau Merk als L\u00fcgnerin zu bezeichnen, weil nicht nur der Vorwurf des Schwarzgeldes dort wortw\u00f6rtlich benannt ist, sondern auch, wie in diesem einen Fall auch vorgegangen wurde:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\"><u>Weitere Feststellungen<\/u><\/p>\n<p>Herr D**** wickelte in den Jahren 2001 und 2002 drei Sondergesch\u00e4fte \u00fcber sein Konto ab. Dabei wurden insgesamt 70.000 Schweizer Franken in DM bzw. Euro umgetauscht und der Gegenwert anschlie\u00dfend vom Konto abgehoben. Herr D**** erkl\u00e4rte hierzu, dass es sich dabei um einen &#8222;Gefallen&#8220; f\u00fcr eine Kundin (allgemein bekannte Pers\u00f6nlichkeit) gehandelt habe, die beim umtausch nicht pers\u00f6nlich in Erscheinung treten wollte, zumal es sich um Schwarzgeld handelte. Der Gesch\u00e4ftsleitung der Bethmann Bank ist der Name der Kundin bekannt. um die Aufzeichnung gem\u00e4\u00df GWG zu umgehen, wurde ein Gesch\u00e4ft k\u00fcnstlich aufgesplittet (Tatbestand des Smurfings). Beim letzten Umtausch gab der Mitarbeiter bei der Identifizierung an, f\u00fcr eigene Rechnungen zu handeln, um die Kundin zu &#8222;sch\u00fctzen&#8220;.<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/report\/-\/id=10583092\/property=download\/nid=233454\/1t395cp\/index.pdf\">SWR &#8211; Sonder-Revisionsbericht der HVB [Pr\u00fcfungsnummer 20546]<\/a>; PDF [ca. 5 MB])<\/p>\n<p>Also, wenn Frau Merk wie behauptet den Bericht gelesen hat, dann m\u00fcsste Sie diesen Absatz, in dem nicht nur steht, das Schwarzgeld verschoben wurde, sondern auch detailliert wie es geschah ebenfalls gelesen haben. Im Absatz darunter wird deutlich, das dieser Vorgang bei der &#8222;allgemein bekannte Pers\u00f6nlichkeit&#8220; kein Einzelfall ist. zudem gibt es dort eine eindeutige Aussage, das eine deutsche Privatbank (Bethmann Bank) in Kenntnis \u00fcber die Identit\u00e4t der Schwarzgeldkundin ist. und anderes als die Behauptung, das es Schwarzgeldvergehen gibt, hat Mollath nicht aufgestellt.<br \/>\nDas Herr Aiwanger in der Diskussionsrunde schlecht informiert war und somit der Justizministerin Merk einen Angriffspunkt gelassen hat, ist bedauerlich. Das der Oppositionspolitiker Schindler, Vorsitzender des Rechtsausschuss der Ministerin schon fast bildlich in den Arsch krischt, war ebenso wenig Hilfsreich.<\/p>\n<p>Was mir auch immer wieder hoch kommt, ist diese verlogene Aussage von der Justizministerin Merk, dass sie sich nicht in die Unabh\u00e4ngigkeit der Justiz einmischen will und die Entscheidungen der Gerichte nicht kommentieren will. Ich empfehlke hierzu mal die Reaktion der Justitzministerin Merk im Zusammenhang mit dem Thema &#8222;Beschneidung&#8220; anzuschauen. Dort hatte Sie es doch recht Eilig sich in eine Rechtsentscheidung einzumischen, ja mehr noch, ganz klar in den juristischen Umgang mit dem Thema ganz konkrete Handlungsanweisungen zu geben:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Bis zum Inkrafttreten des Bundesgesetzes werden die bayerischen Staatsanwaltschaften &#8211; sollten F\u00e4lle angezeigt oder sonst bekanntwerden und eine Strafverfolgung \u00fcberhaupt in Betracht kommen &#8211; Strafverfolgungsma\u00dfnahmen zur\u00fcckstellen.<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.antenne.de\/Justizministerin-Merk-Beschneidungen-bleiben-straffrei__japan_577405_news.html\">Antenne Bayern &#8211; Justizministerin Merk: Beschneidungen bleiben straffrei<\/a>)<\/p>\n<p>Hier hatte die Justizministerin keine Probleme ein Gerichtsurteil zu kommentieren, ja sogar massiv in die juristische Arbeit von Staatsanwaltschaft und (indirekt) Gerichten einzugreifen. <\/p>\n<p>Wie schon geschrieben, pl\u00f6tzlich melden sich Journalisten, die merkw\u00fcrdig Kritisch \u00fcber das Thema Mollath und &#8222;Verr\u00fccktsein&#8220; schreiben. Merkw\u00fcrdig deswegen, weil bei diesen Einsch\u00e4tzungen sowohl das Gesamtbild ignoriert wird, wie auch neuere Kenntnisse. So wird gerade bei diesen &#8222;kritischen&#8220; Artikeln die Aussage des Sch\u00f6ffen, das der Richter schon mit sehr brutalen Mitteln jede W\u00fcrdigung der entlastenden Aussagen unterdr\u00fcckt hat einfach nicht beachtet. Das man merkw\u00fcrdig erscheint, wenn man immer wieder versucht seine Position dar zu legen und dabei per Drohung von einem Richter gehindert wird, ist f\u00fcr mich nicht verwunderlich. Auch wurde der Vorwurf der K\u00f6rperverletzung und der Sachbesch\u00e4digung nie wirklich abschlie\u00dfend er\u00f6rtert.<br \/>\nStatt dessen erf\u00e4hrt man immer mehr Details, wie auch die merkw\u00fcrdige Rolle des &#8222;Pflichtverteidigers&#8220;. Erst jetzt meldet sich der Verteidiger in einem Artikel der &#8222;N\u00fcrnberger Zeitung&#8220;:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">\u201eIch habe Herrn Mollath erst im Prozess kennengelernt. Er hatte bis zur Hauptverhandlung keinen Kontakt zu mir gesucht, sich aber auch keinen anderen Pflichtverteidiger ausgew\u00e4hlt, was er h\u00e4tte tun k\u00f6nnen\u201c<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nEr erinnert sich noch genau, wie er dann seinem Mandanten erstmals im Sitzungssaal begegnete. Der sei schick gekleidet gewesen mit einem edlen Sakko, aus dessen Brusttasche eine Zahnb\u00fcrste herausgeschaut habe. Auf Dolm\u00e1nys Frage, was dies zu bedeuten habe, habe Mollath geantwortet: \u201eIch komme ja sowieso ins Gef\u00e4ngnis.\u201c<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.nordbayern.de\/nuernberger-zeitung\/nz-news\/wer-ist-gustl-mollath-wirklich-1.2576199\">Wer ist Gustl Mollath wirklich?<\/a>)<\/p>\n<p>Nun, daf\u00fcr, das sich der Pflichtverteidiger nicht mal an wesentliche Akten erinnern kann zu dem Fall, ist seine Erinnerung der Begegnung noch sehr konkret. Mollath hat vor dem Gerichtstermin keinen kontakt zu Ihm gesucht? Und er? Scheinbar ging Ihm der Fall am Arsch vorbei. Er hat es ja scheinbar zugelassen, das der Richter sich so auff\u00fchren konnte, wie es von dem Sch\u00f6ffen (und Mollath) berichtet wurde. Da mein Dolm\u00e1ny, der Pflichtanwalt doch tats\u00e4chlich: \u201eEr h\u00e4tte ja sagen k\u00f6nnen: Ich war\u2019s nicht, die Anklage ist falsch.\u201c. Nun ist es im deutschen recht aber so, das ein Vergehen dem Angeklagten nachgewiesen werden muss und nicht der Angeklagte seine Unschuld beweisen soll. Dies wurde aber in dieser Gerichtsverhandlung scheinbar nicht nur umgedreht, sondern auch noch jeder Versuch des Unschuldsbeweises durch den Richter verhindert. <\/p>\n<p>Eigentlich m\u00fcsste es nun eine ganz neue Verhandlung in einem Bereich geben, wo die involvierten Gerichte nicht mehr beteiligt sind. Also nicht nur in einem anderen Landgerichtsbereich, sondern auch auch in einem Bereich, der zu einer anderen Kammer des BGH zugeordnet ist. Schlie\u00dflich ist diese in der Kausa Mollath ebenfalls mit seiner schon ber\u00fcchtigten &#8222;unt\u00e4tigkeit&#8220; bei Beschwerden gegen Urteile in diesem Fall involviert. Diese hat ja das von verschiedenen Fachjuristen als Mangelhaft bezeichnete Urteil im Schnellverfahren durchgewunken. Ein Umstand hinter den sich auch die Justizministerin versteckt!<\/p>\n<p>Ich vermute, man wird mit Interesse verfolgen k\u00f6nnen, wie dieser Fall sch\u00f6n langsam bis nach der Landtagswahl in Bayern hinausgez\u00f6gert wird. Das ist wahrscheinlich keine Verschw\u00f6rung, wie manche Pressestimmen es Herrn Mollath in den Mund legen wollen, aber es sind einige Personen in dem Fall verwickelt, die scheinbar kein Interesse an eine Aufkl\u00e4rung haben und dessen Lobby stark genug ist, um steuernd einzugreifen.<\/p>\n<p>Es ist schwierig durchzublicken, bei den ganzen Infos und St\u00fcckchen, die man \u00fcberall geliefert bekommt. Es liegt nun an einem wirklich unabh\u00e4ngigen Gericht, diese ganzen Puzzelteilchen in einem Zeitstrahl anzuordnen und Aktion und Reaktion in eine Beziehung zueinander zu bringen.<br \/>\nNach allem, was ich so gelesen habe, war die Aktion (angebliche K\u00f6rperverletzung und Freiheitsberaubung, sowie sp\u00e4ter angebliche Sachbesch\u00e4digung) eine Reaktion auf die scheinbar berechtigten Aktionen von Herrn Mollath wegen seiner (wenn man die HVB nimmt, glaubhaften) Vermutung von Schwarzgeldverschiebungen. Es scheint so, das Herr Mollath hier konsequent in eine Ecke (&#8222;Irrer&#8220;) geschoben werden sollte, was dann im Ergebnis scheinbar auch geklappt hatte.<\/p>\n<p>Die Abfolgen in einem sinnvollen Zusammenhang zu bringen, haben einige versucht. Meist um Mollath zu Unterst\u00fctzen, aber auch hier entdeckte ich meist direkt Fehler oder besser gesagt etwas, was nicht ber\u00fccksichtigt wurde in der Gesamtbetrachtung. Ich ma\u00dfe mir solch eine komplexe Darlegung der Ereignisse nicht an, dazu fehlen mir zu viele Infos.<\/p>\n<p>Spannend finde ich aber, wie man die Behauptungen von Mollath widerlegen will. So wird im Spiegel Online berichtet, das ein Gericht die K\u00fcndigung von Petra mollath aufgehoben habe:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Gericht hob K\u00fcndigung von Mollaths Frau auf<\/p>\n<p>[&#8230;]<br \/>\nMan darf das bezweifeln. Wie die &#8222;Zeit&#8220; in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, wehrte sich Petra Mollath vor dem Arbeitsgericht gegen die K\u00fcndigung, mit Erfolg. Das Berliner Arbeitsgericht befand, Geld im Ausland zu haben sei keine Straftat. Am 16. September 2003 wird die au\u00dferordentliche K\u00fcndigung aufgehoben, Petra Mollath erh\u00e4lt knapp 20.000 Euro Abfindung. <\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/panorama\/justiz\/fall-gustl-mollath-zweifel-an-opferrolle-a-872632.html\">Spiegel Online &#8211; Warum der Justizskandal doch keiner ist<\/a>)<\/p>\n<p>Nun, die erste Frage ist, was eine Arbeitsrechtliche Auseinandersetzung mit dem Fall von Herrn Mollath zu tun hat. Begr\u00fcndet wird es damit, das die HVB dem &#8222;Berliner&#8220; (Warum eigentlich in Berlin, wo doch Bank und Arbeitsplatz in Bayern liegen?) Arbeitsgericht keine Namen zu den Vorw\u00fcrfen liefern konnte oder wollte (das ist die Frage). Die &#8222;fristlose K\u00fcndigung&#8220; wurde nach den Angaben aufgehoben und eine Abfindung von (gerade zu l\u00e4cherlichen) 20.000 Euro gezahlt. Ob es sich dabei wirklich um ein Urteil oder, wie normalerweise in solchen F\u00e4llen \u00fcblich ein Vergleich handelt ist nicht zu erkennen und es fehlt hier auch ein Aktenzeiuchen, das man dies mal nachpr\u00fcfen k\u00f6nnte. So hei\u00dft es dann bei der zitierten Zeit auch nur:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Als Petra Mollath vor einem Berliner Arbeitsgericht gegen ihre K\u00fcndigung klagte, gewann sie den Prozess. Das Gericht befand, Geld im Ausland zu haben sei keine Straftat.<br \/>\n[&#8230;]<br \/>\nAm 16. September 2003 wurde die au\u00dferordentliche K\u00fcndigung der Petra Mollath aufgehoben, sie erhielt eine Abfindung von knapp 20.000 Euro.<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2012\/51\/Mollath-Bankenskandal-Steuerhinterziehung\/seite-4\">Die Zeit &#8211; Ein Kranker wird Held \/ Seite 4<\/a>)<\/p>\n<p>Keine Erw\u00e4hnung, dass die Aufhebung und die Entsch\u00e4digung auf Grund eines Urteils geschehen sind. Die H\u00f6he der Abfindung bei einer Privatkundenbetreuerin f\u00fcr Kunden mit hohen Privatverm\u00f6gen eher unwahrscheinlich, wenn das Gericht die Beschuldigungen als unzutreffend zur\u00fcckgewiesen und entsprechend ein Urteil gef\u00e4llt h\u00e4tte. Aber ich lasse mich mit einem entsprechenden Aktenzeichen gerne eines besseren belehren. <\/p>\n<p>Wichtig ist, dass es eine neue Verhandlung der Vorw\u00fcrfe gibt und diese unter Aufsicht derjenigen durchgef\u00fchrt wird, in dessen Namen dann ein Urteil gesprochen werden soll, dem Volk.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist schon erstaunlich. Wochenlang wird der &#8222;Fall Mollath&#8220; durch die Presse getrieben. Jeder kleinste Stein wird von unten nach oben gedreht und pl\u00f6tzlich vor ein paar Tagen, gehts nicht mehr um Schuld oder Unschuld, sondern um &#8222;Selbst Schuld&#8220;. 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