{"id":4978,"date":"2012-12-24T15:16:26","date_gmt":"2012-12-24T14:16:26","guid":{"rendered":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=4978"},"modified":"2012-12-24T15:17:34","modified_gmt":"2012-12-24T14:17:34","slug":"dem-anlass-entsprechend","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=4978","title":{"rendered":"Dem Anlass entsprechend"},"content":{"rendered":"<p>Heute ist &#8222;Heiliger Abend&#8220;.<\/p>\n<p>Und egal ob man diese Zeit bis Neujahr als Christ feiert oder diese Zeit als Zeit zur Wintersonnenwende sieht oder einfach sich der freien Tage erfreut. Es ist eine Zeit der Besinnung und vielleicht auch des kurzen Einhalten.<\/p>\n<p>So w\u00fcnsche ich allen Lesern eine besinnliche Zeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.<\/p>\n<p>Zum Anlass zwei kleine &#8222;Zitate&#8220;.<br \/>\nAls erstes ein Gedicht von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erich_M%C3%BChsam\">Erich M\u00fchsam<\/a>, einer dieser schrecklichen Anarchisten, die Ihr Leben f\u00fcr die Idee einer besseren Welt gelassen haben. Die Nazis hielten diesen Menschen f\u00fcr so gef\u00e4hrlich, dass die Vertreter der bayrischen SS diesen sogar als Insasse des KZ Oranienburg noch meucheln mussten. Die Angst war so gro\u00df, das diese Schl\u00e4chter den Tot als Selbstmord tarnen wollten.<br \/>\nIch habe einige seiner Werke noch in Original und einige B\u00fccher, die schon lange nicht mehr verlegt werden.<br \/>\nNeben den bekanten politischen Gedichten, wie zum Beispiel <a href=\"http:\/\/www.muehsam.de\/cp\/emt\/emt45.html\">&#8222;Der Revoluzzer&#8220;<\/a> und <a href=\"http:\/\/deu.anarchopedia.org\/Erich_M%C3%BChsam\/Der_Anarchisterich\">&#8222;Der Anarchisterich&#8220;<\/a> hat der Kriegsgegner immer auch die zwischenmenschliche Beziehungen im Blick. F\u00fcr Ihn schloss sich Politik und Menschlichkeit nicht aus, was Ihn und viele der damaligen Anarchisten von den Theoretikern und Realisten (Sozialisten und Kommunisten) unterschied. Aus dem Zwischenmenschlichen stammt auch eines meiner Lieblingsgedichten. Es handelt von Sehnsucht und von der Angst vor der eigenen Courage.<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\"><b>Cleo und Theo<\/b><\/p>\n<p>Ewig gleich ging Cleos Leben<br \/>\neheloser Einsamkeit.<br \/>\nTheo wohnte gleich daneben<br \/>\nmit der Seele, sehnsuchtsweit.<br \/>\nCleo Theo sehn &#8211;<br \/>\nTheo Cleo sehn &#8211;<br \/>\nund um beide war&#8217;s sogleich geschehn.<br \/>\nWeh, o Cleo!<br \/>\nWeh, o Theo!<\/p>\n<p>Beider Herzen bebten bange,<br \/>\nbeide tr\u00e4umten hei\u00df und schwer,<br \/>\nbeide qu\u00e4lten sie sich lange,<br \/>\nbeide liebten sie sich sehr.<br \/>\nCleo Theo segnet &#8211;<br \/>\nTheo Cleo segnet,<br \/>\nwenn sie t\u00e4glich ihm, er ihr begegnet.<br \/>\nWeh, o Cleo!<br \/>\nWeh, o Theo!<\/p>\n<p>Theo h\u00e4tt&#8216; ihr gern gebeichtet,<br \/>\nda\u00df sein Herz nach ihr begehrt;<br \/>\nCleos Blick h\u00e4tt&#8216; gern geleuchtet,<br \/>\ngerne h\u00e4tt&#8216; sie ihm geh\u00f6rt.<br \/>\nCleo Theo sehnt &#8211;<br \/>\nTheo Cleo sehnt &#8211;<br \/>\nhei\u00dfe Sehnsucht beider Los versch\u00f6nt.<br \/>\nWeh, o Cleo!<br \/>\nWeh, o Theo!<\/p>\n<p>Aber Theo z\u00f6gert sch\u00fcchtern,<br \/>\nihr zu geben den Bescheid,<br \/>\nund auf beider Angesichtern<br \/>\nnagte der Entsagung Leid.<br \/>\nCleo Theo scheut &#8211;<br \/>\nTheo Cleo scheut,<br \/>\nbis es beide ihrer Lieb&#8216; gereut.<br \/>\nWeh, o Cleo!<br \/>\nWeh, o Theo!<\/p>\n<p>Theo wagte nichts zu sagen,<br \/>\nund so blieb er unverm\u00e4hlt.<br \/>\nCleo wagte nichts zu fragen,<br \/>\nob ihr Theo noch so fehlt&#8216;.<br \/>\nCleo Theo mied &#8211;<br \/>\nTheo Cleo mied,<br \/>\nund von beiden alle Freude schied.<br \/>\nWeh, o Cleo!<br \/>\nWeh, o Theo!<\/p>\n<p>Theo ward des Sehnens m\u00fcde,<br \/>\nCleo ward des Wartens satt.<br \/>\nStill flo\u00df eines Wassers Friede<br \/>\neine Stunde vor der Stadt.<br \/>\nCleo Theo floh &#8211;<br \/>\nTheo Cleo floh,<br \/>\nund im Wasser fanden sie sich so.<br \/>\nWeh, o Cleo!<br \/>\nWeh, o Theo!<\/p>\n<p>Auf des Wassers dunklem Grunde<br \/>\nwar&#8217;s zur Einigung zu sp\u00e4t.<br \/>\nIhrer Leichen bleichem Bunde<br \/>\nsprachen Wellen das Gebet.<br \/>\nCleo Theo k\u00fc\u00dft &#8211;<br \/>\nTheo Cleo k\u00fc\u00dft,<br \/>\ndoch sie haben nichts davon gew\u00fc\u00dft.<br \/>\nWeh, o Cleo!<br \/>\nWeh, o Theo!<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.deutsche-liebeslyrik.de\/muhsam_erich.htm#g18\">Deutsche-Liebeslyrik.de &#8211; Erich M\u00fchsam: Cleo und Theo<\/a>)<\/p>\n<p>Nach dieser eher etwas schwereren Kost nun noch zu einen Clip, der sich meiner Meinung nach zu einem Klassiker entwickeln kann. F\u00fcr mich ist es schon ein Klassiker und ich setze diesen hier im Blog zum wiederholten male ein.<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df beim anschauen:<\/p>\n<p><object width=\"425\" height=\"344\"><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/Se5CBogDuYU&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\"><\/param><embed src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/Se5CBogDuYU&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\" width=\"425\" height=\"344\"><\/embed><\/object><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ist &#8222;Heiliger Abend&#8220;. Und egal ob man diese Zeit bis Neujahr als Christ feiert oder diese Zeit als Zeit zur Wintersonnenwende sieht oder einfach sich der freien Tage erfreut. 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