{"id":5099,"date":"2013-04-14T09:45:16","date_gmt":"2013-04-14T07:45:16","guid":{"rendered":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=5099"},"modified":"2013-04-14T09:45:16","modified_gmt":"2013-04-14T07:45:16","slug":"grundgesetz-art-14-abs-2-eigentum-verpflichtet-sein-gebrauch-soll-zugleich-dem-wohle-der-allgemeinheit-dienen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=5099","title":{"rendered":"Grundgesetz Art. 14, Abs. 2: &#8222;Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Ja, das Eigentum nicht einfach eine Anh\u00e4ufung von &#8222;Meins&#8220; ist, das steht ganz klar im Grundgesetz. Das man dieses Grundrecht in Deutschland so missachtet, das liegt daran, das die &#8222;Eigent\u00fcmer&#8220; keine Angst vor den sie in den Arsch kriechenden Politiker und Erf\u00fcllungsgehilfen haben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Am Donnerstag ist Rosemarie Fliess gestorben.<br \/>\nSie wurde, trotz vorhandener L\u00f6sungen Zwangsger\u00e4umt, als Schwerbehinderte und alte Frau aus Ihrem sicheren Nest entrissen. Wenn man sich anschaut, was passiert ist, dann kommt einem nur die Wut hoch.<br \/>\nDie Frau hat sich immer mehr eingeigelt, lie\u00df den sozialen Dienst der Stadt nicht mehr an sich heran, der &#8222;Eigent\u00fcmer&#8220; der Wohnung, in der sie gewohnt hatte ist gewechselt und f\u00fcr die Stadt war dies alles ein willkommener Anlass alle Zahlungen f\u00fcr die Wohnung einzustellen. Seit einem halben Jahr wurde keine Miete mehr bezahlt, das Wasser und der Strom abgestellt. <\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\"><big>\u00a7 1 SGB I Aufgaben des Sozialgesetzbuchs<\/big><br \/>\nDas Recht des Sozialgesetzbuchs soll zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit und sozialer Sicherheit Sozialleistungen einschlie\u00dflich sozialer und erzieherischer Hilfen gestalten. <b>Es soll dazu beitragen,<\/p>\n<p>    ein menschenw\u00fcrdiges Dasein zu sichern,<\/b><br \/>\n    gleiche Voraussetzungen f\u00fcr die freie Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit, insbesondere auch f\u00fcr junge Menschen, zu schaffen,<br \/>\n    die Familie zu sch\u00fctzen und zu f\u00f6rdern,<br \/>\n    den Erwerb des Lebensunterhalts durch eine frei gew\u00e4hlte T\u00e4tigkeit zu erm\u00f6glichen und<br \/>\n    <b>besondere Belastungen des Lebens, auch durch Hilfe zur Selbsthilfe, abzuwenden oder auszugleichen.<\/b><\/p>\n<p><big>\u00a7 1 SGB IX Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft<\/big><br \/>\n<b>Behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen erhalten Leistungen<\/b> nach diesem Buch und den f\u00fcr die Rehabilitationstr\u00e4ger geltenden Leistungsgesetzen, <b>um ihre Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu f\u00f6rdern, Benachteiligungen zu vermeiden oder ihnen entgegenzuwirken.<\/b> Dabei wird den besonderen Bed\u00fcrfnissen behinderter und von Behinderung bedrohter Frauen und Kinder Rechnung getragen.<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>Gerade die Sozialgesetzb\u00fccher werden z.B. von der &#8222;Agentur f\u00fcr Arbeit&#8220; gerne zitiert, wenn es darum geht, das Menschen ihre Leistungen vorenthalten werden sollen. Da sind es vor allem das SGB II und III. Aber diese besch\u00e4ftigen sich auch mit den anderen Menschen, die nicht mehr aus eigener Kraft Ihren Lebensunterhalt bestreiten k\u00f6nnen. Die beiden Ziele der f\u00fcr diesen Fall relevanten Sozialgesetzb\u00fccher habe ich oben mal zitiert.<br \/>\nNirgendwo steht, das man bei einer einem nicht genehmen &#8222;Selbstbestimmung&#8220; die Menschen einfach fallen lassen darf. Dies ist aber in diesem Fall geschehen.<br \/>\nWenn es stimmt, was die Presse schreibt, begr\u00fcnden die Beh\u00f6rden Ihren Zahlungsstopp mit der Ablehnung der Frau Fliess damit begr\u00fcndet, das diese jeden Kontakt mit Ihnen verhindert hat. <\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">das Sozialamt stellte die Mietzahlungen an die Rentnerin ein, nachdem diese den Kontakt zur Beh\u00f6rde abgebrochen hatte. Rosemarie F. bezog Grundsicherung; nachdem die Rentnerin ein halbes Jahr keine Miete gezahlt hatte, k\u00fcndigte die Vermieterin und schaltete den Sozialpsychiatrischen Dienst ein. Uwe Brockhausen (SPD), Gesundheitsstadtrat von Reinickendorf, \u00e4u\u00dferte sein \u201etiefes Bedauern\u201c angesichts der Ereignisse: \u201eIch h\u00e4tte mir gew\u00fcnscht, dass Frau F. die Hilfsangebote des Bezirks angenommen h\u00e4tte.\u201c Mehrfach habe man versucht, mit Rosemarie F. in Kontakt zu treten. Bis zuletzt hatte F. vor Gericht versucht, wegen \u201eR\u00e4umungsunf\u00e4higkeit\u201c in der Wohnung bleiben zu d\u00fcrfen \u2013 die Richter lehnten den Antrag aber ab, da die Rentnerin kein fach\u00e4rztliches Attest vorlegen konnte.<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/polizei-justiz\/nach-zwangsraeumung-verstorbene-rentnerin-friedliche-mahnwache-fuer-rosemarie-f-\/8056826.html\">Tagesspiegel &#8211; Friedliche Mahnwache f\u00fcr Rosemarie F.<\/a>)<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Der sozialpsychiatrische Dienst kam nicht mehr an die Frau heran. Doch Rosemarie Fliess schottete sich in ihrer Wohnung ab. Weder \u00f6ffnete sie die T\u00fcr, noch reagierte sie auf Mitteilungen.<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-kurier.de\/wohn-report-2013\/linken-chef-prangert-an-warum-haben-sie-rosemarie-sterben-lassen-,21379468,22361702.html\">Berlin-Kurier &#8211; Warum haben sie Rosemarie sterben lassen?<\/a>)<\/p>\n<p>Sie schottete sich immer mehr ab, das scheint der Tenor in den Berichten um die Zwangsr\u00e4umung zu sein. Aber irgendwie passt dies nicht zu dem, was man sonst liest. Da hei\u00dft es zum Thema &#8222;Zahlungseinstellung&#8220; an anderer Stelle des Artikels &#8222;Warum haben Sie  Rosemarie sterben lassen?&#8220;:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Durch Eigent\u00fcmerwechsel, Krankheit und Krankenhausaufenthalte geschah dies nicht rechtzeitig.<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.berliner-kurier.de\/wohn-report-2013\/linken-chef-prangert-an-warum-haben-sie-rosemarie-sterben-lassen-,21379468,22361702.html\">Berlin-Kurier &#8211; Warum haben sie Rosemarie sterben lassen?<\/a>)<\/p>\n<p>Also nichts nur mit &#8222;abschotten&#8220; und niemanden mehr heran lassen. Dieser Argumentation stehen auch die Aussagen der Initiative &#8222;K\u00e4lte Nothilfe&#8220;, dort besonders Herr Grasshoff und der &#8222;B\u00fcndnis Zwangsr\u00e4umungen verhindern&#8220; entgegen, die von Besuchen und Gespr\u00e4chen mit der Rentnerin Frau Fliess berichteten. Ja gerade die &#8222;K\u00e4lte Nothilfe&#8220; hat ja die Frau, weil sie sich einer R\u00e4umung psychisch nicht gewachsen sah vor dem R\u00e4umungstermin bereits aus der Wohnung begleitet.<br \/>\nEs w\u00e4re wohl an der Beh\u00f6rde und den sozialp\u00e4dagogischen Dienst gewesen, sich einer ungew\u00f6hnlichen Methode zu bem\u00fchen, um der Frau zu helfen. Auch h\u00e4tte man die rechtlich der Frau zustehende Grundversorgung, dazu geh\u00f6ren auch Miete, Strom und Wasser nicht einfach einstellen d\u00fcrfen. Dies ist in meinen Augen ein klarer Versto\u00df gegen die Menschenrechte, dem Grundgesetz und den Sozialb\u00fcchern.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite die neue Eigent\u00fcmerin.<br \/>\nDiese h\u00e4tte ebenso unb\u00fcrokratisch das Angebot des SPD-Sozialstadtrat Andreas H\u00f6hne von Reinickendorf annehmen k\u00f6nnen, um im weiteren in Ruhe f\u00fcr eine f\u00fcr alle erfreuliche L\u00f6sung zu finden.  Angeblich soll die Frau Fliess diese &#8222;tyrannisiert haben, wie auch die Nachbarn. Nun, man hat diese Frau von allen Seiten her bevormundet und gedroht. Sie hat sich darauf hin immer mehr eingeigelt, so die Presse. Die Frage ist, wie z.B. sich das Amt f\u00fcr Grundversorgung im Haus benommen hat. Gerne lassen &#8222;Sozialarbeiter&#8220; anderen Ihre Macht sp\u00fcren und auch habe ich selbst schon mitbekommen, wie solche Menschen die Macht mit Blo\u00dfstellungen Dritter gegen\u00fcber demonstriert haben.<br \/>\nEbenso wie die Presse mitteilt, das die &#8222;gebrechliche&#8220; Frau Fliess die arme neue Eigent\u00fcmerin &#8222;tyrannisiert&#8220; hat, kann man sich auch die Frage stellen, ob die Frau Fliess in Ihrer Verzweiflung keine andere M\u00f6glichkeit mehr sah sich zu wehren. Und vor allem, wie sah das Aus, das Tyrannisieren einer Frau, die jeden Kontakt abbrach und niemanden mehr an sich heran lies.<br \/>\nUnd ist es nicht eher so, dass Sie, wenn man die Presse verfolgt zu den Aktivisten vertrauen gewonnen hatte? Kann es daran liegen, das man Sie ernst nahm, das man auch Ihre W\u00fcnsche respektierte.<br \/>\nWie passt dieses Verhalten zu dem Bild, das uns das Amt und die Vermieterin hier pr\u00e4sentieren will?<br \/>\nIst es vielleicht ein Versuch, die eigene Unmenschlichkeit zu Kaschieren?<br \/>\n<b>Eigentum verpflichtet<\/b>, hei\u00dft es im Grundgesetz, aber weder die Justiz, noch die Politik nehmen die Eigent\u00fcmer daf\u00fcr in die Pflicht. Nein, sie ebnen der Unmenschlichkeit auch noch den Weg.<\/p>\n<p>Dann ist da noch die Justiz, der eine Attest eines &#8222;Allgemeinmediziners&#8220; nicht ausreichte, um einen Menschen sozial vertr\u00e4glich seinen Lebensabend verleben zu lassen. Das Gericht interessierte es nicht, das Eigentum auch verpflichtet, dass das Sozialgesetzbuch das Fallenlassen eines Menschen nicht vorsieht, dass das Amt trotzdem die Zahlungen eines nach dem SGB III besonders zu f\u00f6rdernden Menschen eingestellt hat. Auch hat es nicht im Zweifel f\u00fcr den Angeklagten gesprochen. Es hat sich in seiner typischen selbstherrlichen sozialen K\u00e4lte gezeigt.<\/p>\n<p>Nun, sie haben es geschafft, der Staat, vertreten durch seine \u00c4mter, die Eigent\u00fcmerin und die Justiz. Sie haben einen Menschen seiner Wurzeln beraubt und diesen damit die Lebensader entzogen.<\/p>\n<p><b><u>Nachdenkliches:<\/u><\/b><\/p>\n<p>Es ist schon viele Jahre (bzw. schon Jahrzehnte) her, da wohnte ich mit vielen Menschen in einem Haus zusammen, besser gesagt einem Riegel mit verschiedenen R\u00e4umen mit gegen\u00fcberliegenden R\u00e4umen und Werkst\u00e4tten. Gemeinsam lebte man im Sommer im Hof und man Arbeitete auch zusammen.<br \/>\nIn einem Raum mit direktem Zugang zum Hof wohnte M., eine Frau, die Jahrelang erfolgreich im Berufsleben stand und eines Tages beschlossen hatte das Ihr Denken ein anderes wurde. Oder Landl\u00e4ufig gesagt, sie wurde irgendwie etwas verr\u00fcckt oder vielleicht doch nicht?<br \/>\nDiese Frau Br\u00fcllte andere an, Sie wirkte aggressiv und unnahbar. Aber sie konnte sich Ihr Essen einkaufen, sich selbst versorgen. Ja und wenn sie ruhig war, dann sa\u00df Sie bei uns und unterhielt sich mit uns und manchmal erz\u00e4hlte Sie auch ganz spannende Erlebnisse aus Ihrer fr\u00fcheren T\u00e4tigkeit. Sie konnte Ihr leben leben. Ja sie hat uns auch zum Teil &#8222;Tyrannisiert&#8220;, in Ihren Anf\u00e4llen. Wir sind Ihr so begegnet, wie sie uns begegnet ist. Vielleicht war dies der Grund, warum sie und die Gemeinschaft in dem 6 Jahren die ich dort war miteinander (ja miteinander und nicht nebeneinander) Leben konnten. Sie wurde als &#8222;Mensch&#8220; ernst genommen!<\/p>\n<p>Zum Schluss ohne Worte:<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/embed\/XakzIMgYObs\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, das Eigentum nicht einfach eine Anh\u00e4ufung von &#8222;Meins&#8220; ist, das steht ganz klar im Grundgesetz. 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