{"id":5115,"date":"2013-05-02T09:13:46","date_gmt":"2013-05-02T07:13:46","guid":{"rendered":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=5115"},"modified":"2013-05-02T09:13:46","modified_gmt":"2013-05-02T07:13:46","slug":"hoenes-ich-bin-kein-schlechter-mensch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=5115","title":{"rendered":"Hoene\u00df: &#8222;Ich bin kein schlechter Mensch&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Nun, \u00fcber die &#8222;Steueraff\u00e4re&#8220; wurde genug beschrieben.<br \/>\nWas es da nicht alles an Infos gibt. Zum einen soll sein Name auf der Steuer-CD gewesen sein, die NRW aufgekauft hat. Dann ist dies angeblich eine Zeitungsente. usw. usw.<br \/>\nIch m\u00f6chte hier nicht noch allen Senf dazu geben.<br \/>\nOb sich Uli Hoene\u00df nach den derzeitigen Gesetzeslage strafbar gemacht hat soll die Justiz pr\u00fcfen. Ob sie dies, besonders in Bayern wirklich fair und unabh\u00e4ngig kann, ist nat\u00fcrlich die Frage. Das sollte man von Au\u00dfen genau beobachten.  F\u00fcr die Justiz hei\u00dft es &#8222;Im Zweifel f\u00fcr den Angeklagten&#8220; oder bis zum Urteil die &#8222;Unschuldsvermutung&#8220;.<br \/>\nDies bedeutet aber nicht, das man dabei die nichtjuristische Beurteilung abw\u00fcrgen muss. Es ist eines der Grundrechte, das die Gesellschaft sich unabh\u00e4ngig von der Rechtsprechung eine Meinung bilden kann.Ebenso wie ich mir das Recht herausnehme ein Kind nicht bei einem Lehrer zu lassen, blo\u00df weil dieser wegen einem Beischlaf mit einem Jugendlichen nicht belangt werden kann, ebenso kann ich mir auf Grund von Infos meine Meinung zu der Person Uli Hoeene\u00df bilden. Eventuell muss ich diese auch noch korrigieren, wenn andere Infos heraus kommen. Das ist nichts ungew\u00f6hnliches.<\/p>\n<p>Nun, Uli Hoene\u00df war schnell und gnadenlos dabei, wenn es um Urteile \u00fcber Verfehlungen Dritter ging. Als eines der Beispiele seien sein vernichtenden Forderungen bez\u00fcglich Daum genannt.<br \/>\nAber im Bezug auf die &#8222;Akte&#8220; Hoene\u00df sind da einige andere Aspekte, die mich irritieren.<br \/>\nDa ist zun\u00e4chst einmal, das etliche Blogger, die sonst schnell mit Urteilen zur Hand sind betonen, das Hoene\u00df ja bereits versteuertes Geld in die Schweiz transferiert habe. Nun, das scheint aber nicht mit den Angaben aus Hoene\u00df &#8222;Interview&#8220; \u00fcbereinzustimmen. Dort sprach Hoene\u00df scheinbar selbst davon, dass das Geld von Dreyfus auf sein Konto kam:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">So kamen die Millionen auf das Konto, es war immer klar, das war ein Konto zum Zocken, f\u00fcr nichts anderes.<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2013-05\/uli-hoeness-steuern-schuld\">Zeit &#8211; &#8222;Da begann die H\u00f6lle f\u00fcr mich&#8220;<\/a>)<\/p>\n<p>Es scheint also bei weitem nicht so gewesen zu sein, das Hoene\u00df sein eigenes (angeblich) schwer erwirtschaftetes (und bereits versteuertes) Geld benutzt hat, um sich zu bereichern. In einem Fernsehbericht wurde ein Ausschnitt von Hoene\u00df gezeigt, in dem er sich in einer Talkshow sehr aggressiv gegen die Lebensmittelspekulation gewendet hat. Auf der anderen Seite ist scheinbar gerade die Schweizer Bank bei der Hoene\u00df &#8222;gezockt&#8220; hat f\u00fcr eben diese Lebensmittelspekulationen bekannt. Unter diesem Aspekt sind nat\u00fcrlich auch Vorw\u00fcrfe, die immer wieder auftauchten und nun wieder Thematisiert werden spannend. Der Wurstfabrik HoWo, dessen Miteigent\u00fcmer Hoene\u00df ist wird immer wieder vorgeworfen Hungerl\u00f6hne zu zahlen und auch vermehrt auf Leiharbeiter zur\u00fcck zu greifen. Ein Betriebsrat gibt es in der Fleischfabrik nicht.<br \/>\nDer &#8222;sozial&#8220; engagierte Hoene\u00df sorgt in &#8222;seinem&#8220; Laden scheinbar nicht f\u00fcr soziale Bedingungen. Die Spitze des Zynismus setzt sein Sohn auf, der das soziale Problem einfach wegschiebt: &#8222;Zudem k\u00f6nne der Staat ja entsprechende Mindestl\u00f6hne einf\u00fchren.&#8220;<br \/>\nWill der Staat soziale Regeln einf\u00fchren, br\u00fcllen die selben meist etwas von &#8222;Selbstverpflichtung&#8220;, also eine &#8222;unverbindliche Absichtserkl\u00e4rung&#8220;, ein &#8222;vielleicht&#8220;.<\/p>\n<p>Nun das Interview in der Zeit, wo er &#8222;Auspackt&#8220;. Er sei Spiels\u00fcchtig gewesen! Er habe auch Verluste gehabt, sei &#8222;Klamm&#8220; gewesen. und er konnte seit dem 20. M\u00e4rz nicht mehr richtig schlafen.<br \/>\nNun was war am 20. M\u00e4rz?<br \/>\nDa kam der Zoll und machte eine Hausdurchsuchung bei Ihm, wegen seiner Steuervergehen. Das war der Zeitpunkt, wo es wahrscheinlich klar war, das sein Steuervergehen nicht so heimlich abgewickelt werden kann, wie er es wohl gew\u00fcnscht hat. Aber interessant dabei ist doch die Zeitliche Schiene, wie es dazu kam, das er nun nicht mehr richtig schlafen konnte.<br \/>\nHoene\u00df hat jahrelang Steuern hinterzogen. Dies scheint Ihm auch klar gewesen zu sein. Er soll kurz vor Weihnachten seinen Steuerberater\/Anwalt beauftragt haben eine Selbstanzeige zu fertigen. Just, als der Bundesrat das geplante Steuerabkommen verhindert.<br \/>\nAber warum gerade dann eine Selbstanzeige, wenn doch die Meldung mit der Steuer-CD eine Zeitungsente sein soll? Nun, ich begebe mich in das Reich der Spekulationen, wenn ich hier \u00e4u\u00dfere, das ich pers\u00f6nlich glaube, das Hoene\u00df wei\u00df, das er durch Unterlagen (z.B. der Steuer-CD) vor der Aufdeckung seiner Straftat steht. Nat\u00fcrlich w\u00e4re eine anonyme Steuerzahlung, wie es durch das gekippte Steuerabkommen geplant war um einiges g\u00fcnstiger f\u00fcr den sozial engagierten Menschen Hoene\u00df gewesen. Aber das war bestimmt nicht der Grund, das der Steuerberater\/Anwalt den Auftrag bekam, die Selbstanzeige einzureichen.<br \/>\nNun ein Vorwurf wird gegen die Steuerbeh\u00f6rde laut, das die Anonymit\u00e4t bei der Selbstanzeige nicht gewahrt wurde und dem &#8222;Focus&#8220;, der die Nachricht als erstes brachte illegaler weise etwas gesteckt habe. Eine Anwaltskanzlei hat deswegen auch schon Strafanzeige erstattet. Nun, das die \u00d6ffentlichkeit einen Monat, nachdem eine Ermittlung, ganz offensichtlich \u00fcber die &#8222;Selbstanzeige&#8220; hinaus gegen Hoene\u00df eingeleitet wurde davon erf\u00e4hrt, hat nicht unbedingt etwas mit dem Schutz vor Ver\u00f6ffentlichung bei einer Selbstanzeige zu tun. Schlie\u00dflich gab es zum Zeitpunkt der Ver\u00f6ffentlichung neben den schon einen Monat alten Hausdurchsuchungen auch (wenn die Zeitungsmeldungen stimmen) einen Haftbefehl, der mit Zahlung von 5 Millionen Euro Sicherheitsleistung durch den &#8222;klammen&#8220; Hoene\u00df ausgesetzt wurde. Also nicht unbedingt mehr ein Vorgang, der durch die Selbstanzeige gedeckt ist. Nun durch die Strafanzeige gegen die Steuerbeamten wird dies (hoffentlich) juristisch gekl\u00e4rt.<br \/>\nNun bietet die Zeit Ihm eine Plattform um sich &#8222;Reum\u00fctig&#8220; zu zeigen. Von Seiten der &#8222;Zeit&#8220; verst\u00e4ndlich, da es um die Auflage geht. Man mag mir verzeihen, aber ich glaube  Herrn Hoene\u00df diese &#8222;Reue&#8220; nicht. gerade er selbst gibt mir den Grund dazu. So hei\u00dft es bei der Zeit eindeutig wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Bis zum 19. M\u00e4rz, dem Tag vor der Durchsuchung seines Hauses sei er davon ausgegangen, dass er keine Strafverfolgung zu bef\u00fcrchten habe<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2013-05\/uli-hoeness-steuern-schuld\">Zeit &#8211; &#8222;Da begann die H\u00f6lle f\u00fcr mich&#8220;<\/a>)<\/p>\n<p>Die Reue begann also damit, das er nun vor Augen gef\u00fchrt bekam, dass sein Handeln evtl. auch mal wirklich Konsequenzen nach sich f\u00fchren k\u00f6nnte. Das bereitete Ihm dann schlaflose N\u00e4chte, nicht etwa vorher, als Ihm klar wurde, das er Steuern hinterzogen habe.<br \/>\nW\u00e4re in Bayern nicht gerade die doch nun breiter in den Medien verarbeitete &#8222;Schwarzgeld-Justizrechtsprechung&#8220; im Fall Mollath und das Aufkochen der sich gegenseitig angesteckten &#8222;Querulanten-Steuerfander&#8220; in Hessen muss man sich Fragen, ob Hoene\u00df &#8222;Selbstanzeige&#8220; \u00fcberhaupt bearbeitet w\u00e4re. Ein heutiger &#8222;Brixner&#8220; wird sich doch finden lassen, der mal eben bei den Steuerbeh\u00f6rden anruft. Oder man reagiert im vorauseilenden Gehorsam erst am Tag nach Fristende, so das formaljuristisch nichts mehr zu machen ist.<br \/>\nIst ja nicht so, dass dies alles nicht schon mal dagewesen ist.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich stellt sich der &#8222;Fall&#8220; wie folgt dar:<br \/>\nEinen Monat nach der Durchsuchung verschiedenster Gesch\u00e4fts- und Privatr\u00e4ume im Zusammenhang mit einer Steuerhinterziehung (diese hat Hoene\u00df mit der Selbstanzeige ja bereits zugegeben), bei der eine bestimmt nicht stark einzugrenzenden involvierten Personenzahl wird das Vergehen von Hoene\u00df \u00f6ffentlich und es wird dar\u00fcber berichtet. Das die Anonymit\u00e4t durch die Hausdurchsuchungen und dem scheinbar hinreichenden Tatverdacht weiterer, bzw. in der Selbstanzeige unvollst\u00e4ndigen Steuervergehen (sonst w\u00fcrde ein Haftbefehl keinen Sinn machen) nur noch schwer zu halten ist d\u00fcrfte Hoene\u00df klar gewesen sein. Das hat Ihm angeblich die Ruhe geraubt und mit dem Tag wurde sein Leben zur H\u00f6lle. Also nicht das Vergehen als solches war f\u00fcr Ihn ein Grund der Reue, sondern die Ungewissheit, was da noch auf Ihn zukommt. Von daher kann ich gerade mit der zeitlichen Schiene seine angebliche &#8222;Zochersucht&#8220; nur als eben so billiges juristisches Spiel ansehen. Wenn er wirklich so unkontrolliert &#8222;rumgezockt&#8220; hat wie er glauben machen will, dann sind die horrenden Verluste und das Zockergehabe bestimmt anhand der Kontenbewegungen deutlich sichtbar.<br \/>\nDass das &#8222;Zockergeld&#8220; angeblich aus einer Zuwendung (5 Millonen Euro) und einem Kredit (15 Millionen Euro) stammen, die er just zu Zeiten des Ausstattungssponsors bekam, wo es angeblich doch finanziell attraktivere Angebote anderer Firmen gab, f\u00fchrt zu einem &#8222;Geschm\u00e4ckle&#8220;.<\/p>\n<p>All das, neben seinen \u00c4u\u00dferungen \u00fcber Dritte lassen mir gro\u00dfe Zweifel bez\u00fcglich der &#8222;Reue&#8220; von Uli Hoene\u00df.<br \/>\nNat\u00fcrlich ist dies eine rein subjektive Meinungs\u00e4u\u00dferung, die ich im Rahmen der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung t\u00e4tigen kann. Und dies ist der Unterschied zur &#8222;objektiven&#8220; Juristischen Aufarbeitung des Falles.<br \/>\nOb sich Hoene\u00df juristisch belangbar gemacht hat sollte eine unabh\u00e4ngige Justiz entscheiden. Die gesellschaftliche Bewertung ist diesem Urteil nicht unterstellt. So ist es ebenso bei Gutenberg, Wulff, Schavan, Daum usw. gewesen. Die gesellschaftlichen Konsequenzen sind oft h\u00e4rter. Ob immer gerechtfertigt, wei\u00df ich nicht. Aber vielleicht sollte sich Hoene\u00df nun mal zur\u00fcckziehen und aktive Reue, z.B. durch soziale Kompetenz in seine Wurstfabrik zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun, \u00fcber die &#8222;Steueraff\u00e4re&#8220; wurde genug beschrieben. Was es da nicht alles an Infos gibt. Zum einen soll sein Name auf der Steuer-CD gewesen sein, die NRW aufgekauft hat. Dann ist dies angeblich eine Zeitungsente. usw. usw. 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