{"id":5479,"date":"2013-10-19T17:55:15","date_gmt":"2013-10-19T15:55:15","guid":{"rendered":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=5479"},"modified":"2014-07-25T13:40:51","modified_gmt":"2014-07-25T11:40:51","slug":"update-steinmeier-ein-plagiator","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=5479","title":{"rendered":"[Update] Steinmeier ein Plagiator?"},"content":{"rendered":"<p>In meinem urspr\u00fcnglichen Beitrag <a href=\"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=5457\">&#8222;Steinmeier ein Plagiator?&#8220;<\/a> habe ich mich mehr mit dem undurchsichtigen Vorwurf des Plagiats im Zusammenhang mit der &#8222;Computerauswertung&#8220; durch den selbsternannten Plagiatsj\u00e4ger Herrn Kamenz befasst.<br \/>\nDieser hat Werbewirksam die Computerauswertung als Indiz f\u00fcr evtl. Plagiate in der Doktorarbeit von Steinmeier propagiert. Von meiner Kritik ist nichts wegzunehmen.<br \/>\nIch habe in dem Artikel klar festgestellt, das mir pers\u00f6nlich f\u00fcr eine Bewertung die Kontrolle fehlt. So wurde die Computeranalyse nicht ver\u00f6ffentlicht. Auch fehlten die entsprechenden Belege.<br \/>\nUnabh\u00e4ngig von dieser Kritik hatte ich auch klar gestellt, das Herr Steinmeier bei einem Plagiat die Konsequenzen ziehen muss:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Sollte sich hier herausstellen, das Steinmeier bei seiner Doktorarbeit betrogen hat, dann steht Ihm der selbe Weg wie all den anderen Plagiatoren bevor. Besser gesagt, ich erwarte von ihm die selben Konsequenzen, wie diese von seiner Partei bei anderen Plagiatoren verlangt wurden.<br \/>\nEs geht auch nicht darum, ob ein Plagiat \u00e4hnlich eines anderen Plagiat ist. Es ist egal ob ein Betrug angeblich weniger schlimm ist, wie ein anderer. <\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/gehirnsturm.info\/?p=5457\">Gehirnsturm &#8211; &#8222;Steinmeier ein Plagiator?&#8220;<\/a>)<\/p>\n<p>Nun ist es so, das diese Woche VroniPlag stellen aus der Arbeit von Steinmeier ver\u00f6ffentlichte, wo sie Plagiatsvergehen verschiedenster schwere sehen. Laut Presse sind dies etwas \u00fcber 13% der Arbeit (aktuell auf VroniPlag 16,71%). Dies ist nat\u00fcrlich ein schwerwiegender Vorwurf, aber hier kann ich auch hingehen und mir ein eigenes Bild \u00fcber die Vorw\u00fcrfe machen.<br \/>\nAls Erstes f\u00e4llt auf, das manche Seiten, die laut Herrn Kamenz Plagiate enthalten sollen, auf VroniPlag gar nicht auftauchen. Bei der Durchsicht f\u00e4llt mir wiederum auf, das sehr oft nach den Plagiaten eine &#8222;Fu\u00dfnote&#8220; zu finden ist. Was nicht ist, ist die ganz offensichtlich die Markierung der w\u00f6rtlichen Zitate. Dies war aber auch zu Zeiten dieser Doktorarbeit (1991) durchaus &#8222;Stand der Zeit&#8220; (nur um denjenigen zuvor zu kommen, die von &#8222;anderen Zeiten&#8220; reden).<br \/>\nDas was ich auf der Seite sehen kann und soweit ich dies Bewerten kann, wirkt f\u00fcr mich schon wie ein Plagiat. Also das T\u00e4uschen \u00fcber die Autorenschaft der Texte. Zwar sieht man sehr oft am Ende oder w\u00e4hrend der w\u00f6rtlichen \u00dcbernahme eine Fu\u00dfnote, die dann auch einen Literaturnachweis verweist. Aber wenn man die Textfragmente so liest, kann man eher den Eindruck bekommen, dass Steinmeier hier auf weiterf\u00fchrende Infos, bzw. best\u00e4tigende Erl\u00e4uterungen verweist. Weniger, das diese Literaturverweise auf eine w\u00f6rtliche \u00dcbernahme hinweist. Schon auf Seite 001 (der Begutachteten Seiten bei VroniPlag) weist auf einen Literaturhinweis hin, ohne das deutlich wird, das von diesem nicht nur der vorherige Text sondern auch noch Textteile nach der Fu\u00dfnote wortw\u00f6rtlich \u00fcbernommen wurde. Als Leser w\u00fcrde ich eher davon ausgehen, das mit dem Literaturverweis die Zahlen im eigenen Text vor der Fu\u00dfnote untermauert werden sollen:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">\u00dcber 40% aller Quartiere beherbergten mehrere Haushalte, \u00fcber 10% waren sogar mit drei oder mehr Haushalten belegt<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/de.vroniplag.wikia.com\/wiki\/Fws\/001\">VroniPlag &#8211; Franz Walter Steinmeier Dr.-Arbeit Seite 001<\/a>)<\/p>\n<p>Solche Ungenauigkeiten scheinen sich schon fast wie ein roter Faden durch die Arbeit zu ziehen. So z.B. auch auf der <a href=\"http:\/\/de.vroniplag.wikia.com\/wiki\/Fws\/006\">Seite &#8222;006&#8220;<\/a>, wo der Literaturverweis (durch die Fu\u00dfnote) hinter dem ersten w\u00f6rtlich \u00fcbernommenen Satz steht und nicht deutlich ist, das dieser w\u00f6rtlich \u00fcbernommen wurde, noch das dahinter weitere w\u00f6rtlich \u00fcbernommene Textstellen vorhanden sind.<br \/>\nNeben diesen &#8222;Zitierfehlern&#8220; schleichen sich auch immer wieder weitere zus\u00e4tzliche Fehler ein, wie z.B. auf <a href=\"http:\/\/de.vroniplag.wikia.com\/wiki\/Fws\/015\">Seite &#8222;015&#8220;<\/a>, wo neben der fehlenden Kenntlichmachung des w\u00f6rtlichen Zitats auch die Seitenzahl der Fu\u00dfnote nicht stimmt. Oder ebenfalls am Anfang auf <a href=\"http:\/\/de.vroniplag.wikia.com\/wiki\/Fws\/003\">Seite &#8222;003&#8220;<\/a>, wo nicht nur die w\u00f6rtliche Text\u00fcbernahme nicht gekennzeichnet ist, sondern auch der Literaturhinweis zwar aus dem selben Sammelband des Originals entstammt, aber selbst nichts mit den Passagen der Doktorarbeit gemein hat.<br \/>\nDies sind in meinen Augen schwerwiegende Fehler. Dabei ist es nicht von Interesse, ob diese im Umfang und Schwere mit anderen Plagiaten vergleichbar sind. Es ist bei einem Unfall wegen der Schuld auch unerheblich ob ein auffahrendes Fahrzeug schuldhaft 5 oder 50 cm des Unfallgegners besch\u00e4digt hat.<br \/>\nWeswegen ich folgende \u00c4u\u00dferungen wie von Stephan Leibfried bei der FAZ f\u00fcr Unsinn halte:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">Die Doktorarbeit entstand zudem im Vor-Computer-Zeitalter. Steinmeier diktierte sie wohl auf Grundlage handschriftlicher Entw\u00fcrfe. Er dankt im Vorwort der Gie\u00dfener Lehrstuhlsekret\u00e4rin daf\u00fcr, dass sie sich \u201edurch viele Kilometer Diktat-band gequ\u00e4lt hat\u201c. Damals gab es weder ungelesenes, unverstandenes \u201eCopy &#038; Paste\u201c noch die Chance zu x-facher \u00dcberarbeitung. Das Diktierte musste sitzen. Nachtr\u00e4gliche Verbesserungen blieben meist auf Tippfehler begrenzt.<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/forschung-und-lehre\/angeblicher-plagiatsfall-steinmeier-in-diesem-fall-gehoert-der-anklaeger-auf-die-anklagebank-12618050.html\">FAZ &#8211; In diesem Fall geh\u00f6rt der Ankl\u00e4ger auf die Anklagebank<\/a>)<\/p>\n<p>Es ist v\u00f6llig unerheblich auf welcher Grundlage die Doktorarbeit entstand. Sei es auf Grund von handschriftlichen Notizen die dann auf ein Diktierger\u00e4t (?) gesprochen wurden oder ob sie ein Produkt vieler Disketten (wie von Gutti damals als Entschuldigung vorgetragen) sind. Die gewissenhafte Endkontrolle liegt bei dem Verfasser der Doktorarbeit. Ich kenne ein paar Doktoren, die hatten um diese Zeit (80er\/90er) nicht mal ein &#8222;Lehrstuhlsekretariat&#8220;, das sich durch die &#8222;viele Kilometer Diktierband&#8220; qu\u00e4len konnten. Ich wei\u00df eher davon, das diese einen Schreibdienst damit beauftragt haben und anschlie\u00dfend die Abschrift Korrektur gelesen haben. Und dann f\u00fcr die gesetzte Endfassung wiederum den Schreibdienst beauftragt haben und nat\u00fcrlich auch entsprechend verg\u00fcten mussten. Hier hatte es Herr Steinmeier ja noch gut getroffen.<br \/>\nBis auf diese zum Teil recht aggressiven &#8217;so war damals halt die &#8222;Vor-Computer-Zeitalter&#8220;&#8218;-Argumentation finde ich den Artikel -wie er die Computeranalyse des Herrn Kamenz anhand der vorgelegten &#8222;Indizien&#8220; auseinander nimmt- recht interessant. Vorausgesetzt, das die Analyse wirklich dieses Ergebnis mit sich bringt, wie Herr Leibfried es in dem Artikel behauptet:<\/p>\n<blockquote><p><font color=\"#ff00ff\">\u00dcbrig bleiben ganze acht Stellen, mit einer Ausnahme alles kurze S\u00e4tze oder Satzteile, die man mit einiger Anstrengung als Plagiat bezeichnen k\u00f6nnte. In allen F\u00e4llen handelt es sich um im Literaturverzeichnis und in anderen Fu\u00dfnoten nachgewiesene Fundstellen. Acht S\u00e4tze auf 395 Seiten Text sind kein vors\u00e4tzliches Plagiat, sondern Schludrigkeit.&#8220;<\/font><\/p><\/blockquote>\n<p>(Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/forschung-und-lehre\/angeblicher-plagiatsfall-steinmeier-in-diesem-fall-gehoert-der-anklaeger-auf-die-anklagebank-12618050.html\">FAZ &#8211; In diesem Fall geh\u00f6rt der Ankl\u00e4ger auf die Anklagebank<\/a>)<\/p>\n<p>Wie gesagt, es handelt sich hier um einen Artikel \u00fcber die Computeranalyse durch das Programm des Herrn Kamenz vom 16.10.2013. Die Ver\u00f6ffentlichung der Vorw\u00fcrfe durch &#8222;VroniPlag&#8220; wurden hier nicht Thematisiert, bzw. ignoriert. So ist eine der ersten Ver\u00f6ffentlichungen zu den Erkenntnissen von VroniPlag bereits am 12.10.2013 auf Heise.de zu finden. Sp\u00e4testens am 16.10.2013, also dem Tag der Artikelver\u00f6ffentlichung m\u00fcsste Herr Leibfreid davon Kenntnis erhalten haben. Ansonsten muss man Ihm schlechte Recherche, bzw. fehlendes Informationsinteresse vorhalten. Das der nun f\u00fcr alle einsehbare Vorwurf auf VroniPlag in dem Artikel keinen Einzug erhielt ist unverst\u00e4ndlich. Vor allem wenn eben an diesem Tag in dem eigenen Artikel eben auf das fehlende (und dem Herrn Kamenz vorgeworfene) kommerzielle Interesse bei VroniPlag hingewiesen wird sollte der Artikel sich auch mit diesen Vorw\u00fcrfen besch\u00e4ftigen. Selbst wenn man von einer Unwissenheit bei der Ver\u00f6ffentlichung des Artikels ausgeht, w\u00e4re hier ein umgehendes Update erforderlich gewesen. Vor allem, da sich die FAZ in der Folge wegen der &#8222;neuen&#8220; Vorw\u00fcrfe bedeckt h\u00e4lt. jedenfalls finde ich auf deren Seite nach diesem Artikel zum Thema Steinmeier erst wieder einen Beitrag \u00fcber die SPD im allgemeinen (ohne Bezug auf einen Plagiatsvorwurf) und bei der Suche nach &#8222;Plagiat&#8220; keinen weiteren Artikel. Das l\u00e4sst nicht unbedingt eine neutrale Pressearbeit vermuten.<\/p>\n<p>Es ist nun interessant wie sich die Partei (also die SPD) dazu verh\u00e4lt.<br \/>\nEs ist bl\u00f6dsinnig, von der SPD nun einen Aufschrei zu verlangen, ebenso diesen anderen Parteien vorzuwerfen, wenn diese erfolgen. Ebenso wie die Frage bei Kommentatoren, ob dieser oder jener das auch bei Gutti, Schavan usw. geschrieben habe.<br \/>\nWas auff\u00e4llt ist das weder die SPD mit lautstarken Unterst\u00fctzungsreden auff\u00e4llt, noch das die anderen Parteien nun aufschreien. Gerade die CDU und die CSU h\u00e4tten guten Grund der SPD ihre Emp\u00f6rung in den F\u00e4llen der eigenen Mandatstr\u00e4ger nun ihre eigene Emp\u00f6rung entgegen zu setzen. Will man die Koalition nicht gef\u00e4hrden? Die Parteien t\u00e4ten auf jeden Fall gut daran Steinmeier bis zu einer abschlie\u00dfenden Kl\u00e4rung au\u00dfen vor zu lassen.<\/p>\n<p>Um es klar zu stellen. Nachdem was ich bei VroniPlag gesehen habe halte ich im Sinne der Gleichbehandlung Steinmeier f\u00fcr nicht mehr tragbar. Das Mandat kann man Ihm nicht nehmen (das kann er nur selbst abgeben), aber wenn er einen Funktion dar\u00fcber hinaus bekommen w\u00fcrde, macht sich die SPD unglaubw\u00fcrdig. Er selbst k\u00f6nnte dem Ganzen mit dem Mandatsverzicht ein gutes Ende setzen. Gerade dadurch, das der erwartete Aufschrei der Gegner ausf\u00e4llt, w\u00e4re dies ein gutes Zeichen f\u00fcr eine Neuorientierung bez\u00fcglich der politischen Moral. Sieht die Uni in der Arbeit keinen Plagiatsvorwurf best\u00e4tigt, st\u00fcnde Ihm sogar ein schillerndes Comeback bevor. Etwas, was ich Cem \u00d6zdemir nach seinem Privatkredit (nicht nur Wulff kann sich wegen seinem Posten Vorteile ergattern) und den privaten nutzen der dienstlich erworbenen Bonusmeilen nicht zugestehe, auch wenn er sich bei dieser Wahl wieder \u00fcber die Landesliste in den Bundestag gemogelt hat.<br \/>\nDamit will ich nicht die politischen Leistungen des Herrn Steinmeier positiv bewerten. Dazu ist mir sein handeln zu Schr\u00f6ders Zeit und in der gro\u00dfen Koalition noch zu pr\u00e4sent!<\/p>\n<p><b><u>Links:<\/u><\/b><\/p>\n<p>Ich habe heute 2 recht umfangreiche Artikel auf meinem Blog geschrieben und bin jetzt zum Essen eingeladen. Deswegen verweise ich auf die Links im Text.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinem urspr\u00fcnglichen Beitrag &#8222;Steinmeier ein Plagiator?&#8220; habe ich mich mehr mit dem undurchsichtigen Vorwurf des Plagiats im Zusammenhang mit der &#8222;Computerauswertung&#8220; durch den selbsternannten Plagiatsj\u00e4ger Herrn Kamenz befasst. Dieser hat Werbewirksam die Computerauswertung als Indiz f\u00fcr evtl. 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