ENDLICH: Nach 68 Jahren wurde die Kleinstadt Nortorf entNAZIfiziert

nazis-nein-danke Man kann nur den Kopf darüber schütteln. Die Kleinstadt Nortorf in Schleswig-Holstein hat es endlich geschafft, sie hat 68 Jahre nach Kriegsende Adolf Hitler und dem Gauleiter (von Schleswig-Holstein) Hinrich Lohse die Ehrenbürgerschaft entzogen.

Nun, das man solchen Menschen die Ehrenbürgerschaft entzieht, sollte nicht mal das Schwarz auf dem Bildschirm wert sein. Aber hier ist es bemerkenswert, das man 68 Jahre brauchte, um diesen Schritt zu vollziehen. Noch bemerkenswerter ist es, das man „jahrelang“ über das Thema „Ehrenbürgerstatus“ der beiden diskutiert hat.

Es ist schon erstaunlich, wenn man lesen muss, das die Diskussion um die Ehrenbürgerschaft jahrelang von der Kommunalpolitik hingezogen wurde, weil man die Meinung vertrat, das die Ehrenbürgerschaft mit dem Tot des „Ehrenbürger“ erlischt. Dabei hätte man anhand von anderen Gemeinden (bei weitem nicht alle) sehen können, das dies nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine symbolische Frage ist.
So gab es z.B. die Stadt Recklinghausen, die einen Schritt weiter ging und bemerkte, das durch den undemokratischen Zwang der Ehrenbürgerschaft von Hitler dieser diese nie erlangt habe und so auch kein Recht bestehe, das dieser überhaupt in irgendeiner Weise als „Ehrenbürger“ geführt werde. Aber zu dieser Erkenntnis kamen Sie auch erst im Jahr 1985. Andere haben diesen Schritt bereits kurz nach dem Krieg vollzogen. So haben viele Gemeinden die Ehrenbürgerschaft bereits in den Jahren 1945/56 entzogen, aberkannt oder als nichtig erklärt.

Aber selbst dies wäre noch kein Artikel im Blog wert, ja wenn da nicht die seltsamen Anmerkungen von diversen Parteien wären. So hat die CDU laut dem „Flensburger Tageblatt“ noch 2 Tage vor der Abstimmung jede öffentliche Stellungsnahme kategorisch abgelehnt. Die FDP hat (lt. Focus) angeblich über eine Stimmenthaltung nachgedacht.

Letztendlich haben dann wohl alle der Aberkennung zugestimmt. Ob aber aus wirklicher Überzeugung oder nur aus politischem Kalkül kann man nur vermuten.
Nur sollten sich jetzt die anderen Parteien nicht als die „Gutmenschen“ hinstellen, so war der erste Nachkriegs-Bürgermeister von der SPD, wie auch später immer wieder die Machtverhältnisse zu Gunsten der SPD waren.

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