Nein, kein parteipolitischer Artikel!
Ich habe mir diesmal vorgenommen nicht über Politiker, Parteien etc. vor den Wahlen (Bayern letzte Woche, morgen Hessen und die Bundestagswahl) zu schreiben. Ich habe auch früher schon wert darauf gelegt, das jeder „seine“ Wahl trifft.
Nach dem derzeitigen recht ist eines der wenigen Einflussmöglichkeiten die das Volk bzgl. seiner Vertreter hat die Wahlen. Wer ein wenig Interesse für die aktuellen Vorgänge hatte wird vielleicht mitbekommen haben, das für Gustl Mollath eines der einschneidensten Einschränkungen war, das er politisch entmündigt wurde. Er hatte mit der Einweisung in die Psychiatrie kein Wahlrecht mehr. Dieses Recht, was eines der wichtigsten politischen Rechte für die aktive Einflussnahme der deutschen Bürger ist war Ihm so wichtig, das er dieses Recht nun auf jeden Fall wahrnehmen wollte. Dieses Recht war Ihm so wichtig, das er sich nicht zwingen lassen wollte, es am Ort seiner gut 7 1/2 jährigen Erniedrigung -in Bayreuth- wahr zu nehmen, sondern er wollte dies unbedingt in seiner eigentlichen Heimat Nürnberg tun. Ein wichtiger Akt des freien Willens.
Öffentlich wollte man von Ihm gerne eine parteipolitische Aussage haben. Darauf hatte er sich nicht eingelassen und stattdessen betont wie wichtig das Wahrnehmen des Wahlrechtes ist.
Wen man dann noch sieht, das in anderen Ländern Menschen bereit sind für das einfache Recht wählen gehen zu dürfen das leben riskieren, dann sollte es einem zu denken geben.
Es gibt etwas, vor dem die Politiker wirklich Angst haben. Sie haben Angst, das wirklich mal alle wählen gehen. Nicht diejenigen, die regelmäßig zur Wahl gehen sind das Problem, sondern die „Nichtwähler“. Diese sorgen dafür, das seit Jahren die „etablierten Parteien“ sich den Kuchen aufteilen können.
Nehmen wir aktuell Bayern. Die CSU hat in Bayern zwar Sitzmäßig die absolute Mehrheit, aber das Ziel die absolute Stimmmehrheit zu erlangen hat sie nicht erreicht. Und wenn man sich die Wahlbeteiligung ansieht, dann war die Wahlbeteiligung diesmal statt um die 57/58% bei fast 64%.
Es ist meiner Meinung nach nicht schwer zu vermuten, das die „neuen“ Wähler nicht wegen der CSU zur Wahlurne gegangen sind. Wie wäre es wohl ausgegangen, wenn die restlichen rund 36% auch noch zur Wahl gegangen währen? Diese Frage kann niemand beantworten, weil diese Masse in keiner Statistik auftaucht.
Wer geht nicht zur Wahl?
Angeblich vor allem diejenigen, die im Gesellschaftlichen Abseits stehen. Viele Geringverdiener und Sozialleistungsempfänger. Dabei wäre es gerade für Sie wichtig, das sich jemand um Ihre Interessen bemüht. Da wäre es doch nun Sinnvoll, das man wählen geht um wenigstens eine kleine Stimme im Bundestag für einen zu haben.
Wenn Wahlen was ändern könnten währen sie schon längst verboten
Dieser Spontispruch hat etwas für sich. Das die Wahlen für die Machthaber möglichst nichts ändern sollen, erkennt man an dem herumgeeiere, mit dem das verfassungswidrige Wahlrecht geändert wurde. Das „neue“ Wahlrecht ist meiner Meinung nach immer noch eine Missachtung von Wählerwillen.
Wenn die Masse der Nichtwähler bei der Wahl in die Wahllokale gehen würden und „ihre“ Wahl treffen würden, dann würden einige der Parteien zittern. Schon allein, wenn sie die Wahlbeteiligung hören würden.
Deswegen nach diesen vielen Worten erst einmal einen Kernsatz von Wilfried Schmickler zu seinem Wahlaufruf zur Bundestagswahl 2009:
„Die Feigheit vor dem eigenen Volk“
und nun seinen Wahlaufruf von damals, der Heute immer noch hochaktuell ist:
Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen!
Geht Wählen!