Autobrände, 4,2 Millionen Telefonverbindungen und nicht ein konkreter Hinweis

In Berlin sind über die Jahre etliche Autos (mehr als 1500 Autos in 4 Jahren) angezündet worden.
Die Presse und die Politik machte auch den Ermittlungsbehörden Druck.
Aus diesem Hintergrund heraus ist es verständlich, dass die Polizei mit allen Mitteln versucht haben, die Brandstifter zu erwischen.
Ein Mittel sahen sie darin, das Sie die Handyaktivitäten in den Bereichen gespeichert werden. So sind 4,2 Millionen Datensätze zusammen gekommen. Durch diese Maßnahmen wurde aber kein Täter habhaft gemacht. Nun sollte man denken, das man daraufhin zumindest die betroffenen über die Erfassung verständigt und vor allem die Daten löscht. Aber weit gefehlt. Nach Angaben in der Presse sind immer noch gut 1,7 Millionen Datensätze gespeichert. Man muss sich da natürlich fragen, warum?
Es ist schon erstaunlich wie hier mal wieder die Persönlichkeitsrechte der Bürger missachtet werden. Ob diese Maßnahmen überhaupt sinnig sei hätte, wenn schon nicht die ermittelnden Behörden (Polizei, Staatsanwaltschaft), wenigstens die genehmigende Behörde (die Justiz, der genehmigende Richter) sich fragen müssen.

Albert Einstein soll mal sinngemäß gesagt haben:
„Wer ein Spielzeug baut, der will es auch mal ausprobieren“

Dies soll er mal gesagt haben, als er wollte, das man die Forschung zum Bau einer Atombombe beenden sollte, nachdem klar war, das Nazideutschland doch noch nicht kurz vor der Fertigstellung einer Atombombe war. Er sollte mit Hiroshima und Nagasaki recht behalten.

Diese angebliche Äußerung Einsteins kam mir in den Sinn, als ich die Bemerkung der kommissarischen Polizeipräsidenten Margarete Koppers von Berlin gelesen habe:

Auch die kommissarische Polizeipräsidentin Koppers rechtfertigte die massenhafte Abfrage der Handydaten. „Der Berliner Polizei ist nichts vorzuwerfen“, sagte Koppers. „Wenn der Gesetzgeber die Möglichkeit dazu gibt, darf sich niemand wundern, wenn davon Gebrauch gemacht wird.

(Quelle: Berliner Morgenpost – Autobrände | 4,2 Millionen Handydaten überprüft)

Eine Logik, die wohl nur Täter und Politiker verstehen.
Weil Polizisten eine Waffe ausgehändigt bekommen haben, ist es doch nur Normal, wenn diese um sich herum schießen? Diese Aussage ist genau so Richtig, wie die von Frau Koppers.

Albert Einstein soll auch mal dieses hier gesagt haben:

„Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.“

Mir scheint, wir sollten mal unsere „Fallen“ entfernen.

Links:

– Morgenpost: 4,2 Millionen Handydaten überprüft
– Spiegel Online: Polizei überprüft vier Millionen Handydaten – ohne Ergebnis
– Welt Online: Polizei prüft rund 4,2 Millionen Handydaten
– Computer Base: Brandstifter gesucht, aber nicht gefunden | Berliner Polizei wertete 4,2 Millionen Handy-Daten aus
– Netzpolitik: Massenhafte Funkzellenabfrage jetzt auch in Berlin: Was Vorratsdatenspeicherung wirklich bedeutet

Dieser Beitrag wurde unter Aktuelles, Datenschutz, Gesellschaft, Politik, Recht abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Autobrände, 4,2 Millionen Telefonverbindungen und nicht ein konkreter Hinweis

  1. Pingback: ACTA wurde ad Acta gelegt – Vorerst |

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.